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01.08.2003 - 

Aktueller Quartalsumsatz bleibt hinter 2002 zurück

i2 korrigiert die Zahlen der letzten vier Jahre

FRAMINGHAM (IDG) - Der Softwarehersteller i2 hat seine sechsmonatige interne Bilanzprüfung abgeschlossen. Das Unternehmen korrigierte die Umsatzzahlen der letzten vier Jahre. Zudem veröffentlichte i2 mit dreimonatiger Verspätung die Kenndaten des ersten Geschäftsquartals 2003 sowie die vorläufigen Zahlen für die Monate April bis Juni.

Von Januar bis Ende März 2003 nahm i2 158 Millionen Dollar ein. Gegenüber dem Vergleichszeitraum des Vorjahres, als der Hersteller noch 203 Millionen Dollar Umsatz meldete, sackten die Einnahmen um 22 Prozent ab. Aufgrund enormer Kosteneinsparungen blieb dem Anbieter unterm Strich ein Gewinn von 41,3 Millionen Dollar oder neun Cent pro Aktie. Im Jahr zuvor hatte i2 noch einen Quartalsverlust von 12,2 Millionen Dollar oder drei Cent pro Aktie verzeichnet.

Für die Monate April, Mai und Juni erwartet das Unternehmen Einnahmen zwischen 114 und 122 Millionen Dollar. In den gleichen Monaten des Vorjahres belief sich der Umsatz noch auf 162 Millionen Dollar. Einen Gewinn wird i2 aktuell nicht ausweisen können, bestenfalls wird die Rentabilitätsgrenze erreicht, schlimmstenfalls droht den Anlegern ein Verlust von zwei Cent pro Aktie.

Mit nahezu sechs Monaten Verspätung wurden auch die Zahlen für das Geschäftsjahr 2002 veröffentlicht. Demnach beliefen sich die Einnahmen auf 908,4 Millionen Dollar. Der Nettoverlust betrug 898,9 Millionen Dollar oder 2,10 Dollar je Aktie. Seit Januar betreibt i2 eine interne Revision der Geschäftsberichte aus den Jahren 1999, 2000, 2001 und 2002. Anlass für die Prüfung war die Behauptung zweier Ex-Manager, i2 habe die Einnahmen nicht korrekt verbucht. Die revidierten Bilanzen weisen für die betroffenen Jahre insgesamt 359,7 Millionen Dollar weniger Umsatz und 207,1 Millionen mehr Nettoverlust aus als ursprünglich gemeldet. Rund 232,4 Millionen Dollar wurden als zurückgestellte Erträge ausgewiesen und könnten in den kommenden Quartalen verbucht werden.

Falsch erfasst wurden vor allem Umsätze aus Geschäften, in denen i2 Kunden nicht allein Lizenzen verkaufte, sondern auch Entwicklungsaufgaben übernommen hatte, erläuterte Sanjiv Sidhu, Chairman und CEO. Anstatt die Beträge aus den Serviceaufträgen erst bei Abschluss der Arbeit als Einnahmen zu bewerten, verbuchte i2 den Gegenwert der ausgehandelten Verträge jedoch wie beim Verkauf von Standardsoftware, also sofort. "Nachdem wir die Revisionen abgeschlossen haben, können wir wieder nach vorne schauen und aufbauend auf 15 Jahre Erfahrung mit Supply-Chain-Management-Lösungen unseren Kunden helfen, ihre Geschäftsprobleme zu lösen", gab sich Sidhu optimistisch.

Allerdings sind die offiziellen Untersuchungen und die Folgen der zweifelhaften Bilanzierungspraktiken keineswegs abgeschlossen. Wegen der internen Prüfungen verpasste i2 nämlich den Termin für den Jahresabschluss 2002 und wurde daraufhin im Mai 2003 von der Börse ausgeschlossen. Auch einen zweiten Termin Ende Juni ließ das Unternehmen ohne Angabe von Gründen verstreichen. Im März begannn zudem die US-amerikanische Börsenaufsicht Securities and Exchange Commission (SEC) mit offiziellen Ermittlungen. Ein Ergebnis liegt bis dato nicht vor. (jha)