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11.10.2002 - 

Wie reagieren Anwender auf wirtschaftliche Probleme des Anbieters?

i2-Kunden fühlen "Grummeln im Bauch"

PRAG (qua) - Die Kunden des Supply-Chain-Management-Spezialisten i2 Technologies sorgen sich um ihren Anbieter. Doch ihre Loyalität ist nach wie vor hoch. Das dokumentierte der von mehr als 400 Teilnehmern besuchte Anwenderkongress "Planet Europe" in Prag.

"Von der Lösung bin ich nach wie vor überzeugt, und ich weiß nicht, ob das jemand anderer könnte", beteuert beispielsweise Dirk Petermann, Logistikleiter des Hannoveraner Reifenherstellers Continental AG. Auch sein Kollege Hans-Dieter Nase, Director Supply-Chain-Management bei Edelstahl Witten-Krefeld, würde sich "heute wieder für i2-Software entscheiden - vor allem für den Factory Planner".

Reinhard Winkler, bei der Imaging and Printing Group von Hewlett-Packard für den Bereich Supply Chain Operations verantwortlich, will nicht ausschließen, dass die Produkte des Konkurrenten SAP in technischer Hinsicht an Boden gewonnen haben. Er lobt i2 jedoch als "verlässlichen Partner", der bereit sei, auf Kundenforderungen einzugehen. Allerdings verhehlt Winkler nicht, dass innerhalb des HP-Konzerns auch Supply-Chain-Management-Lösungen auf der Basis von SAPs "Advanced Planning & Optimizing" (APO) zum Einsatz kommen: "Wir werden nicht nur auf einen Anbieter setzen."

Anwenderunternehmen, die sich in großem Maßstab auf i2 eingelassen haben, beobachten die wirtschaftliche Entwicklung des im texanischen Dallas beheimateten Softwareanbieters wesentlich kritischer, vor allem dann, wenn sich die kürzlich ergriffenen Sparmaßnahmen auf die Personalausstattung ihrer Projekte auswirken (siehe CW 40/02, Seite 6). Deshalb fühlt derzeit so mancher i2-Kunde ein gewisses "Grummeln im Bauch", wie Petermann es formuliert. "Ich hoffe nur, dass wir nicht die Pferde wechseln müssen", seufzt auch Nase - zum einen, weil ein Austausch der Software beim fortgeschrittenen Stand seiner Projekte sehr aufwändig wäre, zum anderen, weil der Funktionsumfang der i2-Produkte seiner Kenntnis nach immer noch unerreicht sei.

Glücklicherweise gibt es auch Positives zu melden. Wie Petermann ins Feld führt, funktionieren i2-Einrichtungen wie der Third-Level-Helpdesk in Brüssel nach wie vor anstandslos. Zudem sei die Situation nun auch wieder nicht so alarmierend, dass er das nächste Business-Release mit einem anderen Anbieter in Angriff nehmen müsste. Gerald Klier, Leiter Einkaufskoordination bei der Eon AG sowie Pilot- und Referenzkunde des Katalog-Management-Werkzeugs "Discovery", sieht ebenfalls keinen Grund zur Panik: "Die Software ist bei uns im Einsatz. Im schlimmsten Fall wird sie nicht weiterentwickelt." Aus der angespannten Finanzlage erwachsende Kapazitätsprobleme habe er außerdem noch nicht festgestellt.

Darüber hinaus sind sich die meisten Kunden in einem Punkt einig: Selbst wenn i2 es aus eigener Kraft nicht schaffen sollte, im Markt zu bleiben - der größere Teil der Produkte werde mit Sicherheit weiterleben. "Ich kann mir wirklich nicht vorstellen, dass im Zweifelsfall niemand anderer an den Lösungen interessiert wäre", fasst Petermann die Stimmungslage zusammen.