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30.05.2003 - 

Flexible Bezahlungsmodi sollen Kunden locken

i2 versucht es noch einmal

MÜNCHEN (CW) - Eine Serie von Quartalsverlusten, Unregelmäßigkeiten in der Bilanzierung und nun auch noch der Ausschluss von der New Yorker Börse Nasdaq: Der SCM-Spezialist i2 Technologies hat ein paar Probleme. Um die Wogen zu glätten, kündigte das Unternehmen eine Reihe neuer Initiativen an.

i2-Finanzchef Bill Beecher bestätigte, dass die Company im Juni die Geschäftsberichte für das vergangene Jahr und das erste Quartal abliefern werde. Zwar betreffe die erneute Buchprüfung alle Bereiche, Unregelmäßigkeiten werden dagegen nur bei der Verbuchung von Lizenzgebühren erwartet. Diese hatte i2 statt wie vorgeschrieben bei Eingang der Zahlungen bereits bei Vertragsabschluss verrechnet. Allerdings, so Beecher, werde der Jahresabschluss 1999 nur noch einmal durchgesehen, während die Bilanzen der zwei darauf folgenden Jahre erneut testiert würden. Gerüchte, es gebe bei den Kreditlinien im Gesamtumfang von 350 Millionen Dollar Probleme, wies der Chief Financial Officer (CFO) zurück. Laut vorläufiger Schätzung beendete das Unternehmen sein erstes Quartal 2003 mit Bargeld und kurzfristig angelegten Investitionen im Wert von 441 Millionen Dollar. 16 Millionen Dollar seien abgeflossen, 13 Millionen davon wurden für Restrukturierungsmaßnahmen aufgewendet. Gegen das Delisting von der Nasdaq will i2 formal Berufung einlegen, da der Jahresbericht 2002 sowie der Abschluss für das erste Quartal wie angekündigt im Juni fertig werden. Um beim Aktienkurs die kritische Ein-Dollar-Marke wieder zu überschreiten, kann man sich eines legalen Tricks bedienen, indem mehrere Anteilscheine zusammengelegt werden (Reverse Stock Split).

Doch nicht nur in finanzieller Hinsicht, auch was die Beziehung zu den Kunden betrifft, hat i2 einiges gut zu machen. Wie Chief Operating Officer (COO) Sam Nakane gegenüber der CW-Schwesterpublikation "Computerworld" einräumte, habe man sich in der Vergangenheit zu sehr auf die eigenen Belange statt auf die der Kunden konzentriert. "Weil wir in sehr kurzer Zeit so viele Unternehmen übernommen hatten, fehlte die Zeit, uns um die Qualität der Produkte zu kümmmern", sagte er, "unsere Kunden waren die Opfer dieser Praxis." Als Erstes habe man seine Verkaufsattitüden verändert. Zuhören statt reden, stehe nun an oberster Stelle.

Bessere Kundenansprache

Die Kunden klagten zudem über die unüberschaubare Organisation des Unternehmens - es kam vor, dass es für einen Anwender sechs oder sieben Ansprechpartner gab. Auch dies soll sich ändern. Laut Nakane arbeitet man bereits seit Beginn der Umstrukturierungen im vergangenen Jahr an einer Verbesserung des Kundenkontakts. Zudem plant i2, Berater zur Verfügung zu stellen, die sich nach Abschluss der Installation um die Optimierung der Geschäftsprozesse kümmern. Dies sei zu häufig nicht geschehen, so dass der Nutzen der Software nicht zum Tragen kommen konnte. i2 kündigte außerdem flexiblere Bezahlungsoptionen an, um das Investitionsrisiko der Nutzer zu senken. Unternehmen könnten demnach nicht nur bereits im Voraus für Softwarelizenzen zahlen, sondern auch bei der Einführung oder sogar erst nach der Live-Schaltung der Systeme. (rs)