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02.10.1998 - 

Vom Lieferketten-Management zur Geschäftsprozeß-Optimierung

i2 will den Blaumann mit den Nadelstreifen vernetzen

Der Einladung nach Dallas zum Supply-Chain-Management-Kongreß "Planet 98" waren mehr als 3000 Leute gefolgt. Jeder zehnte Teilnehmer hatte dafür einen Langstreckenflug aus Europa in Kauf genommen. Branchenriesen wie IBM, Oracle und Price Waterhouse Cooper ließen es sich nicht nehmen, als Sponsoren aufzutreten und zu betonen, wie sehr ihnen das Thema Lieferketten-Optimierung am Herzen liege. Dieses Aufwands hätte es kaum bedurft, um die Bedeutung des Themas zu demonstrieren. Dafür hatte vor einem Jahr schon die SAP AG mit der Ankündigung einer eigenen Supply-Chain- Management-Software gesorgt.

Prestigeträchtige Kunden warten auf SAP

Der ehemalige SAP-Partner i2 steckte diesen Schlag ins Gesicht bislang einigermaßen ungerührt weg - auch wenn Firmengründer und Chief Executive Officer Sanjiv Sidhu einräumte, daß infolge der SAP-Ankündigung etwa fünf Prozent der laufenden Verhandlungen abgebrochen wurden. Dabei habe es sich, so der i2-Chef, um Projekte gehandelt, bei denen weniger ein akuter Handlungsbedarf als vielmehr eine breitangelegte Änderung der Infrastruktur im Vordergrund stand. Mitbegründer und Senior Partner Ken Sharma bekannte allerdings freimütig, daß beispielsweise ein so prestigeträchtiger Kunde wie die Daimler-Benz AG seit der SAP-Ankündigung für i2 verloren ist.

Halbwegs schließen konnten die Texaner immerhin die Lücke, die SAP als Partner für betriebswirtschaftliche Standardsoftware hinterließ. In die Bresche sprang die Oracle Corp., Redwood Shores, Kalifornien, deren "Applications"-Software allerdings noch auf den großen Durchbruch wartet. Derzeit kursieren Gerüchte, wonach Oracle an einer Übernahme der Supply-Chain-Management-Company interessiert sei. Chief Executive Officer Larry Ellison dementierte allerdings heftig: "Wir halten es für sinnvoller, Software statt Schecks zu schreiben." Eine gewisse Glaubwürdigkeit erhält diese Aussage durch die Tatsache, daß Oracle im Bereich "Consumer Packaged Goods" auch mit dem i2-Konkurrenten Manugistics kooperiert.

Offenbar teilt i2 die Begeisterung des Oracle-Chefs für das Internet-Computing. Die Entwickler in Irving haben allen Rhythm-Modulen beigebracht, Code in der Internet-Sprache Hypertext Markup Language (HTML) zu produzieren. Die Umstellung auf Java ist ebenfalls im Gange.

Daneben teilte der Software-Anbieter mit, im Rahmen seiner e-BPO-Strategie Lösungen für eine Reihe von Kernprozessen anbieten zu wollen. Für den Prozeß "Kunde-zu-Lieferant" sei eine solche Lösung bereits verfügbar.

Zur Zeit erweitert i2 seine Rhythm-Software um eine Reihe neuer Komponenten. Zudem ging das Unternehmen eine Partnerschaft mit der in Stockholm ansässigen Industri-Matematik International Inc. (IMI) ein. Die Schweden offerieren unter der Bezeichnung "ESS" eine Anwendung für die Koordination von Kundenbeziehungen, Auftragserfüllung und Lager-Management.