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15.09.2009

IAA/Bosch rechnet für 2009 weiter mit Umsatzrückgang und Verlust

FRANKFURT (Dow Jones)--Der Autozulieferer Bosch rechnet für 2009 angesichts der schweren Branchenkrise weiterhin mit einem deutlichen Umsatzrückgang sowie dem ersten Verlust seit dem zweiten Weltkrieg. Dabei gehen die Stuttgarter inzwischen von einem Einnahmeneinbruch am oberen Ende der zuletzt anvisierten Spanne aus: "Der Umsatz der Bosch-Gruppe geht in diesem Jahr voraussichtlich um etwa 15% zurück", sagte Franz Fehrenbach, Vorsitzender der Geschäftsführung des weltgrößten Automobilzulieferers, am Dienstag auf der Internationalen Automobil-Ausstellung (IAA) in Frankfurt.

FRANKFURT (Dow Jones)--Der Autozulieferer Bosch rechnet für 2009 angesichts der schweren Branchenkrise weiterhin mit einem deutlichen Umsatzrückgang sowie dem ersten Verlust seit dem zweiten Weltkrieg. Dabei gehen die Stuttgarter inzwischen von einem Einnahmeneinbruch am oberen Ende der zuletzt anvisierten Spanne aus: "Der Umsatz der Bosch-Gruppe geht in diesem Jahr voraussichtlich um etwa 15% zurück", sagte Franz Fehrenbach, Vorsitzender der Geschäftsführung des weltgrößten Automobilzulieferers, am Dienstag auf der Internationalen Automobil-Ausstellung (IAA) in Frankfurt.

Bislang hatte die Robert Bosch GmbH für dieses Jahr einen Einnahmenrückgang von 10% bis 15% in Aussicht gestellt. Im Jahr 2008 lag der Umsatz noch bei bei rund 45,13 Mrd EUR. In der Kraftfahrzeugtechnik - bei Bosch für rund drei Fünftel des Geschäfts verantwortlich - könnte das Minus sogar bei rund 20% liegen, sagte Fehrenbach. Grund ist die schwere Krise in der Automobilindustrie, die nach Unternehmenkalkulationen zu einem Rückgang der weltweiten Produktion von 15% bis 20% führen wird.

Diese wird nach Aussage Fehrenbachs zu einem "deutlich negativen Ergebnis" führen. Wie hoch der Verlust ausfallen könne, sagte der Manager nicht. Auf der Bilanzpressekonferenz im April hatte Fehrenbach erklärt, es sei mit einem Fehlbetrag vor Steuern von bis zu 3% der Einnahmen zu rechnen. Seit dem zweiten Weltkrieg musste Bosch auf Gesamtjahressicht keinen Verlust hinnehmen. Im vergangenen Jahr hatten die Stuttgarter noch 372 Mio EUR verdient.

Um der Krise zu begegnen, hat Bosch ein striktes Sparprogramm aufgelegt. Mit dem Ziel, die Personalkosten deutlich einzudampfen und an den eingebrochenen Umsatz anzupassen, setzte der Autozulieferer dabei bisher vor allem auf Maßnahmen zum flexiblen Arbeitszeiteinsatz. Aktuell arbeiten weltweit rund 100.000 Beschäftigte kurz.

Auch an der Stammbelegschaft wird die Krise nicht spurlos vorübergehen: "Ende 2009 wird die Bosch-Gruppe voraussichtlich rund 270.000 Mitarbeiter haben, 10.000 weniger als Anfang 2009", erklärte Fehrenbach. Vor allem betroffen sein wird das Segment Kraftfahrzeugtechnik, in dem 2009 rund 8.000 Stellen auf etwa 160.000 abgebaut werden sollen.

Zunächst will Bosch an der Kurzarbeit festhalten. Sollte sich die wirtschaftliche Situation aber nicht verbessern, könnten auch bei der Kernmannschaft tiefere Einschnitte folgen. "Wir halten daran fest - setzen dabei allerdings auf eine anziehende Konjunktur noch in diesem Jahr", sagte der Vorsitzende der Geschäftsführung.

Die Anzeichen für eine Erholung der Konjunktur und des eigenen Geschäfts mehren sich laut Fehrenbach; und das nicht nur wegen der vielerorts implementierten staatlichen Abwrackprämien: "In den jüngsten Monaten sehen wir, ausgehend von sehr niedrigem Niveau, eine leichte Aufwärtstendenz." Für das Schlussquartal sei daher im Vorjahresvergleich mit einem steigenden Umsatz zu rechnen.

Allerdings erwartet der Manager nicht, dass die Krise schon bald zu den Akten gelegt werden kann: "Insgesamt könnte es noch bis 2012 dauern, bis wir das Niveau von 2007, also vor der Rezession, wieder erreicht haben. Wir müssen also auch in den kommenden Jahren mit einer Unterauslastung unserer Kapazitäten rechnen".

Vorrang hat nach den Worten Fehrenbachs angesichts der schwierigen Lage die Ertrags- und Liquiditätssicherung. "Sparen und zugleich die Zukunft sichern - vor diesem Spagat stehen alle unsere Bereiche, besonders Forschung und Entwicklung". In diesem Jahr wird der weltgrößte Autozulieferer alleine in die Kraftfahrzeugtechnik rund 3 Mrd EUR investieren. Die Mittel sollen Bosch vor allem fit machen für die "strukturellen Herausforderungen", die nach Meinung von Fehrenbach auf die Branche zukommen. Als zentrale Zukunftstrends sieht der Manager die Verlagerung des Wachstums in Schwellenländer, die Entwicklung neuer Antriebskonzepte und verschärfte Vorgaben in Sachen Umwelt- und Unfallschutz.

Webseite: www.bosch.com -Von Nico Schmidt, Dow Jones Newswires; +49 - (0)69 297 25 114; automotive.de@dowjones.com DJG/ncs/brb

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