Melden Sie sich hier an, um auf Kommentare und die Whitepaper-Datenbank zugreifen zu können.

Kein Log-In? Dann jetzt kostenlos registrieren.

Falls Sie Ihr Passwort vergessen haben, können Sie es hier per E-Mail anfordern.

Der Zugang zur Reseller Only!-Community ist registrierten Fachhändlern, Systemhäusern und Dienstleistern vorbehalten.

Registrieren Sie sich hier, um Zugang zu diesem Bereich zu beantragen. Die Freigabe Ihres Zugangs erfolgt nach Prüfung Ihrer Anmeldung durch die Redaktion.

15.01.1982

IBM a l'americaine

Von den Anwendern, dies darf unterstell werden, hat wohl kaum einer darauf gedrängelt, daß "Big Blue" im Antitrustprozeß "USA gegen IBM" verurteilt wird. Vielmehr wurde befürchtet, daß Produkte und Service darunter leiden könnten, wenn sich der IBM-Houdini entfesseln müßte. Ziel der seit 1969 anhängigen Klage war bekanntlich, die International Business Corporation in verschiedene, weltweit konkurrierende Einzelgesellschaften zu zerschlagen.

Jetzt hat das US-Justizministerium seinen Vorwurf monopolistischer Praktiken gegen den Marktführer fallengelassen (siehe Seite 1). Edelstein hat Ruh. Der New Yorker Richter, auf

"Kramer gegen Kramer" offenbar besser geeicht, habe sich von den Armonker Hausjuristen durch immer zahlreichere Zeugennennungen austricksen lassen, berichtete das US-Magazin "Business Week". So verkam die Beweisaufnahme zum prozeduralen Geplänkel. Hoffnungslos überfordert, wie es war, suchte das Gericht sein Gesicht zu wahren. Nicht ernst zu nehmen ist deshalb die Begründung der Antitrustbehörde, die Einstellung des Verfahrens sei die "einzig sinnvolle Entscheidung" Die Wettbewerbshüter wußten nur zu genau; daß sie dem Marktfahrer eine Verletzung der Antitrustgesetze nicht nachweisen konnten.

Den Armonk-Managern wiederum, mögen sie auch die Monopol-Anklage als moralischen Druck empfunden haben, kann die Einstellung des Verfahrens nicht als verspätetes Weihnachtsgeschenk vorgekommen sein, wie es Präsident John R. Opel in einem ersten Kommentar darstellt ("A wonderful news as we start the new year"). Die Annahme ist berechtigt, daß es sich um einen Kompromiß der Reagan-Regierung handelt, der Entwicklungschancen für die US-Computerindustrie garantieren soll - beeinflußt von der Furcht, die Japaner konnten gar zu lästig werden.