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Benutzergruppe fordert integrierte Lösung für General-Purpose-Rechner:

IBM akzeptiert SEAS-Wunsch nach Array-System

19.04.1984

KNOKKE - Aller Voraussicht nach wird die IBM schon bald einen in ihre 308x- oder 4300-Maschinen Integrierten 30-Megaflop-Array-Processor auf den Markt bringen. So jedenfalls werten Verantwortliche der IBM-Benutzergruppe "Share European Association" (SEAS) das jetzt von Big Blue auf dem Usertreffen im belgischen Knokke abgegebene "Accepted" zu einem entsprechenden Requirement, das vom Executive Board der SEAS vor etwa einem Jahr an die IBM-Europazentrale in Paris herangetragen wurde.

"Das Akzept kommt einer Ankündigung ohne festen Termin gleich", kommentiert SEAS-Präsident Dr. Hagen Hultzsch die Antwort des Marktführers auf die Forderung der Usergruppe, "nach den bisherigen Erfahrungen zu urteilen, gilt damit das Projekt als sicher."

Überzeugt von der Notwendigkeit eines in General-Purpose-Rechner integrierten High Performance Processor (HPP) diskutierten SEAS-Mitglieder über eine grundsätzliche Anforderungsspezifikation erstmals im Herbst 1981 auf ihrer Jahrestagung in Nizza. Ein Jahr später nahm die IBM das endgültige, auf der SEAS-Konferenz im schwedischen Gotenborg abgesegnete Requirement als "future objective consideration" in ihre Prioritätenliste auf. Diese Stufe im strengen Kommunikationsreglement zwischen dem Computergiganten und der Benutzervereinigung bezeichnet eine mögliche Lösung als "noch nicht sicher und implementierbar".

Das Requirement spezifizierte einen aus Benutzersicht transparenten Prozessor von 30 bis 40 Megaflop mit einem Minimum von 32 Kilobyte an realem Speicher, integriert in eine IBM 370- beziehungsweise in eine WS-Umgebung. "Für diesen eingebundenen Vektorenrechner sehen wir einen latenten Bedarf im Markt", erläutert Eberhard Freytag, HPP-Project-Manager bei SEAS und Leiter der zentralen DV beim Deutschen Elektronen Synchrotron, Hamburg, die von der Usergruppe angestrebte Lösung. Prädestinierte Einsatzbereiche für das noch abzuwartende Produkt sei außer in der technisch-wissenschaftlichen Forschung und an den Universitäten vor allem die Industrie. Der gegenwärtige IBM 3838-Array-Processor, der als externes Gerät an die /370 und die Serie 308x angeschlossen werden könne, stelle nach Erfahrungen der SEAS-Mitglieder für den Anwender kein Optimum dar. Diese Konfiguration erfordere unter anderem vom Benutzer eine spezielle Programmierung, insbesondere für Subroutinen.

Obwohl sich die Spezialisten der IBM im Engineering and Scientific Processor Products Performance Analysis Laboratory in Kingston, New York, bereits Gedanken über die Neuentwicklung machen, hält sich der Marktführer mit der abgegebenen Zustimmung derzeit noch alle Türen offen: Das "Okay" des Computerriesen bedeutet nämlich in der gegenwärtigen Kommunikationsstufe lediglich, daß eine "Lösung machbar und wünschenswert" erscheint.

Mitbewerber auf dem Gebiet der Beschleunigungsrechner, wie etwa National Advanced Systems (NAS) oder die Floating Point Systems GmbH (FPS), München, stehen dem Treiben denn auch eher abwartend gegenüber. "Wir haben mit der IBM entsprechende Joint-marketingagreements", blockt FPS-Geschäftsführer Wilfried Biela aufkeimendes Konkurrenzgeraune ab. Reiche die CPU-Leistung einer 4300-Maschine wegen der Anforderungen nicht aus, könne die FPS ihren Array Processor vom Typ 164 anschließen, der dann mit einer derzeitigen Nennleistung von elf MFlop (ausbaufähig auf 58 MB Realspeicher) die rechenintensiven Aufgaben parallel zur IBM-Maschine durchfahre. Sollte Big Blue jedoch einen Prozessor mit einer höheren Leistung als die 164 auf den Markt bringen, räumt der FPS Manager ein, würden ihm allerdings "die Haare zu Berge stehen".