Melden Sie sich hier an, um auf Kommentare und die Whitepaper-Datenbank zugreifen zu können.

Kein Log-In? Dann jetzt kostenlos registrieren.

Falls Sie Ihr Passwort vergessen haben, können Sie es hier per E-Mail anfordern.

Der Zugang zur Reseller Only!-Community ist registrierten Fachhändlern, Systemhäusern und Dienstleistern vorbehalten.

Registrieren Sie sich hier, um Zugang zu diesem Bereich zu beantragen. Die Freigabe Ihres Zugangs erfolgt nach Prüfung Ihrer Anmeldung durch die Redaktion.

03.11.1995

IBM Anwendungssysteme bezieht IBS und JBA ein Ein internationales Team soll Frameworks fuer MAS entwickeln

MUENCHEN (qua) - Ein technologischer Neustart als Begruendung fuer die Verspaetung von "MAS-Open" (vgl. CW Nr. 43 vom 27. Oktober 1995, Seite 2)? Die IBM Anwendungssysteme GmbH, Stuttgart, will ihre Softwarepakete auf objektorientierte Fuesse stellen und kooperiert dafuer nicht nur mit dem Entwicklungslabor in Rochester, Minnesota, sondern auch mit dem schwedischen Software-Unternehmen International Business Systems (IBS) sowie der JBA International Plc., Birmingham.

"Frameworks" heisst das Projekt, zu dem sich ein bislang 30koepfiges Team aus IBM-, IBS- und JBA-Mitarbeitern in Boeblingen zusammengefunden hat. Diese Arbeitsgruppe soll innerhalb der kommenden anderthalb Jahre ein objektorientiertes Geruest fuer unterschiedliche Software-Applikationen schaffen. Dabei wird sie auf den Ergebnissen eines Projekts aufbauen, das unter dem Arbeitstitel "Shared Frameworks" in Rochester begonnen wurde. Frameworks wiederum ist der Versuch, diesen Ansatz mit der MAS- Open-Entwicklung in Einklang zu bringen.

Lizenzieren wie ein Betriebssystem

Das Projekt widmet sich zunaechst den Anwendungsbereichen Distribution, Logistik und Finanzen. In einem zweiten Schritt wird das Team auch den Fertigungssektor in Angriff nehmen. Die Objekttechnik (OT) soll es moeglich machen, die Anwendungskomponenten relativ problemlos an Branchenspezifika und/oder lokale Besonderheiten anzupassen. Auch die Portierung auf unterschiedliche Betriebssysteme laesst sich so mit minimalem Aufwand bewerkstelligen.

Soweit die Plaene. Tatsaechlich beginnen die Teammitglieder erst jetzt, die einzelnen Objekte zu definieren. Als potentielle Frameworks-Kunden sieht Andre Grigjanis, Geschaeftsfuehrer der IBS GmbH, Hamburg, neben dem Auftraggeber IBM Anwendungssysteme selbstaendige Softwarehaeuser, die den Applikationsrahmen mit branchenspezifischen oder lokalisierten Anwendungen fuellen. "IBM wird das wie ein Betriebssystem lizenzieren", erlaeutert der deutsche IBS-Chef.

IBS und JBA gehoeren zu einem kleinen Kreis von AS/400- Spezialisten, mit dem die IBM-Entwickler und -Marketiers in der Vergangenheit schon haeufig zusammengearbeitet haben. Wie Grigjanis beteuert, ist Frameworks jedoch nicht auf die AS/400-Welt beschraenkt, sondern wird auf allen IBM-Betriebssystemen - von OS/2 bis MVS - zur Verfuegung stehen. Als Programmierumgebung komme das Smalltalk-basierte "Visual Age" zum Einsatz, dessen Vorteile unter anderem in seiner "Plattformunabhaengigkeit" bestuenden.

Nahezu unberuecksichtigt bleibt eine OT-Entwicklung, deren Einsatz neuerdings in der IBM viele Befuerworter hat. Unter der Bezeichnung "Common Point" bastelt die Taligent Inc., Cupertino, Kalifornien, ein Gemeinschaftsunternehmen von IBM, Apple und Hewlett-Packard, ebenfalls an einem Satz von Anwendungsklassen. Dieses Programmiersystem ist - zumindest in einer vorlaeufigen Fassung - bereits unter OS/2 und AIX lauffaehig.

Auf die Frage, ob sich das Frameworks-Team diese Entwicklungen zunutze machen werde, reagiert Peter Kirn, Vorstand der IBM Anwendungssysteme GmbH, mit kaum verhuellter Ablehnung: "Wir koennen doch nicht auf Frameworks aufbauen, die erst in zwei Jahren verfuegbar werden."

Wie die IBM-Partnerunternehmen, so ist offenbar auch Kirn der Ansicht, dass die Taligent-Frameworks bislang noch weit davon entfernt sind, alle Schnittstellen fuer die Entwicklung grosser Anwendungssysteme anzubieten. Immerhin sollen aber die Taligent- Klassen zur GUI-Entwicklung in das Frameworks-Vorhaben einfliessen.