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25.05.2001 - 

Numbercruncher schafft 3,8 Teraflops

IBM baut Supercomputer für Max-Planck-Gesellschaft

MÜNCHEN (CW) - IBM hat den Zuschlag für den Bau eines Supercomputers für die deutsche Max-Planck-Gesellschaft erhalten. Der auf dem neuen Power-4-Prozessor basierende Numbercruncher soll laut Big Blue eine Rechenleistung von 3,8 Teraflops erreichen, das entspricht 3,8 Billionen Rechenoperationen pro Sekunde. Bis zum Jahr 2002 soll der neue Bolide in Garching bei München stehen.

Der Supercomputer besteht laut den IBM-Plänen aus einem Cluster mit 27 Rechnern. Jede Maschine ist mit 16 Power-4-Chips ausgestattet. Da jeder dieser Chips aus zwei Prozessorelementen besteht, wird das Cluster mit insgesamt 864 Prozessoren rechnen. Die CPUs sollen mit einer Taktrate von 1,1 Gigahertz arbeiten.

Die Power-4-Prozessoren werden nach Angaben der IBM-Entwickler mit Kupferleitungen und der Silicon-on-Insulator-(SOI-) Technik ausgestattet sein. Als erste Rechner, die mit dem neuen Chip arbeiten, sollen die "Regatta"-Server aus IBMs P-Serie, ehemals RS/6000, Ende Oktober auf den Markt kommen.

Als Verbindung zwischen den Rechnern des Clusters entwickelt Big Blue unter dem Codenamen "Federation" einen neuen Switch. Dieser soll mit 4 Gbit pro Sekunde eine viermal so große Bandbreite erlauben als der Vorgänger "Colony". Weitere Einzelheiten sind bislang nicht bekannt.

Die Wissenschaftler der Max-Planck-Gesellschaft lösen mit dem Cluster einen "T3E"-Cray-Rechner Modell 600, ab. Dieser hat mit 784 Prozessoren und 96 GB Hauptspeicher eine Rechenleistung zwischen 355 und 470 Gigaflops erreicht. Damit wäre der neue IBM-Supercomputer acht- bis zehnmal so schnell.

Mit einer Leistung von 3,8 Teraflops wird der geplante Rechner nur von dem ebenfalls von IBM entwickelten "Asci White" geschlagen, der im amerikanischen Lawrence Livermore Lab steht. Dieser entwickelt eine Rechenleistung von mehr als 4,9 Teraflops. Die deutschen Wissenschaftler wollen das System in erster Linie für die Berechnung von Instabilitäten des Atomaufbaus von Proteinstrukturen einsetzen. Damit will man den Ursachen von Krankheiten wie Alzheimer, Creutzfeld-Jakob und BSE auf die Spur kommen.

Über die finanziellen Einzelheiten des Deals, um den sich auch Hersteller wie NEC, Hitachi, Compaq und Sun bemüht hatten, vereinbarten beide Seiten Stillschweigen. Nach Einschätzung von Insidern könnte der Supercomputer die Max-Planck-Gesellschaft bis zu 20 Millionen Dollar kosten. Obwohl noch kein Server mit dem Power-4-Chip arbeitet, haben die Armonker bereits drei Supercomputer auf der Basis dieses Chips verkauft. Neben dem Cluster, das in Garching entstehen soll, haben das Centre National de la Recherche Scientific (CNRS) in Frankreich und das finnische Supercomputer-Zentrum Power-4-basierte Rechner geordert. Diese bleiben in ihrer Rechenleistung mit Werten von 1,3 und einem Teraflops hinter der deutschen Installation zurück.