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Starter-Kit fuer Campus-Loesung soll Akzeptanz schaffen


09.02.1996 - 

IBM beginnt Desktop-Feldzug mit 25 Mbit/s schnellem ATM

IBM draengt mit aller Macht in den ATM-Markt. Geht es nach dem Willen von Lutz Hahne, General Manager der Networking Hardware Division, dann sollen sich die Investitionen in ATM schon bald bezahlt machen. "Wir wollen in der ATM-Arena die Nummer eins werden", verkuendete der Executive selbstbewusst auf der Messe. Mehr als 100 Millionen Dollar, so die Schaetzung von Experten, soll der Konzern jaehrlich in die Entwicklung von ATM gesteckt haben, insbesondere in die 25-Mbit/s-Version des zellbasierten Transportverfahrens.

Lehren aus frueheren Versaeumnissen gezogen

Doch von Hahne waren in der US-Metropole auch selbstkritische Toene zu hoeren: IBM habe die Entwicklung im Internetworking verschlafen und erst reagiert, als sich Unternehmen wie Cisco, Synoptics, 3Com etc. laengst etabliert haetten. Einer solchen Pleite will Big Blue bei ATM vorbeugen. Neben der traditionellen SNA-Klientel, die Hahne zufolge jaehrlich immer noch rund 16000 Accounts einbringt, will sich der Konzern jetzt verstaerkt auf ATM im erweiterten LAN konzentrieren.

Die Zauberformel fuer die Umsetzung heisst in der IBM-Terminologie "Switched Virtual Networking" und bedeutet, dass Anwender zu jeder Zeit an jedem Ort auf saemtliche Daten zugreifen koennen. Nachdem die Company im WAN-Bereich bereits mit dem "2220 Nways Broadband Switch" ein Produkt auf dem Markt hat, nimmt sie jetzt, wie in der CW Nr. 3 vom 19. Januar 1996, Seite 29, bereits vermutet, gezielt den Campus- und Desktop-Sektor ins Visier.

Herzstueck der Ankuendigung ist der "8285 Nways ATM Workgroup Switch", Insidern auch unter dem Codenamen "Gatewick" bekannt. Das neue Mitglied der Nways-Switching-Hub-Reihe kommt in einer Basisversion, die optional noch aufgeruestet werden kann. Die fuer bis zu 48 Workstations ausgelegte Grundausfuehrung verfuegt ueber zwoelf 25-Mbit/s-Ports und -Adapter sowie einen 155-Mbit/s-Uplink. Sie beinhaltet ferner einen "LAN Emulation Server", der laut IBM den ATM-Spezifikationen entspricht, einen integrierten "ATM Control Point", eine Konsole fuer Stand-alone-Management sowie einen SNMP-Agent fuer die remote Ueberwachung.

Der Workgroup Switch ist darueber hinaus mit einer Erweiterungseinheit bestellbar, die den zusaetzlichen Einschub von drei "8260-ATM-Modulen" erlaubt. Pro Slot sind weitere 48 Geraete auf 25-Mbit/s-ATM-Basis integrierbar. Dadurch kann der 8285-Switch groessere Workgroups bedienen oder als Gebaeudeknoten fungieren. Die Komponente beruht nach Angaben von IBM auf der gleichen Technik wie der "8260 Nways Mulitiprotocol Intelligent Hub", Big Blues Backbone-Loesung fuer 155-Mbit/s schnelle ATM-Verbindungen.

Die IBM-Verantwortlichen betrachten den 8285 Workgroup Switch als Plattform fuer den Einstieg in ATM. Administratoren koennen damit laut Rick McGee, Vice-President Switching Systems der Networking Hardware Division, mit kleinen ATM-Arbeitsgruppen die Migration in die neue Technologie starten und spaeter ATM-Backbone- oder Server-Verbindungen hinzufuegen. Der Switch wird dabei wie heute ein Hub in Ethernet- oder Token-Ring-LANs genutzt.

An ATM-Spezifikationen unterstuetzt das Produkt unter anderem Switched- (SVC) und Permanent Virtual Circuits (PVC), PVC-Setting, -Recording und -Support, SVC-Signalisierung gemaess den Spezifikationen UNI V3.0 und V3.1 des ATM-Forums sowie Point-to-Point- und Point-to-Multipoint-Schaltungen.

In Washington kuendigte IBM ferner Add-ons fuer den oben bereits genannten 8260 Nways Multiprotocol Switching Hub an. Dabei handelt es sich um ein 25Mbit/s-Konzentratormodul fuer den Support von ATM-Workgroups. Das Element integriert zwoelf geschirmte RJ-45-Ports auf einem One-Slot-Modul und unterstuetzt bis zu 2000 bidirektionale Verbindungen sowie UTP- 5-, FTP-, STP- und STFP-Verkabelung bis zu einer Entfernung von 255 Meter.

Neu ist auch das "ATM-Flex-Module", ebenfalls fuer den 8260-Switching-Hub. Die Komponente enthaelt einen 155-Mbit/s-Konzentrator fuer UTP und STP-Kabel auf einer I/O-Karte, laeuft IBM zufolge im Mix mit I/O-Adaptern fuer Multimode- sowie Single-mode-Glasfaser und ueberbrueckt bis zu 150 Meter zwischen den Ports.

Innovationen fuer den 8260 sind ferner ein "Point Module" fuer die Ueberwachung von ATM-Switches mit erweiterter Speicherkapazitaet und verbessertem ATM-Support. Ausserdem stellte IBM High-end-Monitor-Karten fuer Ethernet- und Token-Ring vor, die beide Remote-Monitoring-Features (RMON) realisieren und die Analyse der Applikationsebenen ermoeglichen.

Mit der Praesentation des neuen "IBM Turboways 25 ATM PCI Adapter" sowie der Modifizierung des "IBM Turboways 25 ATM ISA Adapter" sieht sich IBM an der Spitze in Sachen 25-Mbit/s-Karten. Das Unternehmen ist damit laut McGee eines der ersten weltweit, das die LAN-Emulation fuer Token Ring und Ethernet nach den Richtlinien des ATM-Forums umsetzt.

Die PCI-Karte, die ab Juni 1996 ausgeliefert wird, gewaehrleistet Big Blue zufolge ueber UTP-Kabel der Kategorien 3, 4 und 5 sowie STP-Kuperdraehte eine Vernetzung mit Workstations, die unter DOS oder Windows in IP- oder LAN-Emulations-Umgebungen laufen. Gleiches gilt nach der bereits erfolgten Ueberarbeitung fuer den ISA-Adapter, der schon verfuegbar ist. Bis Ende des Jahres soll auch ein PCI-Board fuer 155 Mbit/s auf den Markt kommen.

Um die Nachfrage nach ATM zu schueren, versucht IBM, aehnlich wie einige Wettbewerber, die Anwender mit Niedrigpreisen zu koedern. Fuer den Campus-Bereich haben sich die Marketiers in Armonk deshalb ein ATM-Starter-Kit einfallen lassen, das folgende Komponenten umfasst:

- den 8260 Nways Mulitiprotocol Switching Hub als elementaren Baustein fuer die Schaffung eines ATM-Netzes,

- die "8281 Nways ATM LAN Bridge" mit einem 100-Mbit/s-ATM-Modul und dem Client PC-300,

- den "8282 Nways ATM Concentrator" mit implementierten Turboways 25-Mbit/s-ATM-Adaptern zur Verbindung von Desktops mit ATM-Switches sowie

- einen "IBM PC 500 Server", der bereits als LAN Emulation Server sowie Netware Application Fileserver vorkonfiguriert ist.

Die Kosten fuer das gesamte Paket bezifferte McGee mit 56000 Dollar.