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02.06.1989 - 

Armonk erwirbt fünf Prozent der Aktien der Mainframe-Programmschmiede:

IBM beteiligt sich an SAA-Softwarehaus MSA

ATLANTA (IDG) - Die Loyalität des Mainframe-Softwarehauses Management Science America Inc. (MSA) zu seinem Hardwarepartner hat sich bezahlt gemacht. Die IBM kaufte MSA-Aktien im Wert von 10 Millionen Dollar und verlieh damit dem Unternehmen aus Atlanta quasi das Gütesiegel eines autorisierten Anbieters von SAA-konformer Programmware.

John Imlay konnte sich gar nicht mehr beruhigen. "We're ecstatic about it", freute sich der MSA-Gründer und -Chairman über den gelungenen Deal, was mit "wir sind hingerissen" nur unzureichend ins Deutsche zu übersetzen ist. Dabei geht es dem Firmenchef, wie er beteuert, gar nicht um die Millionen, die der Blaue Riese aus Armonk auf den Tisch gelegt hat: "Die symbolische Bedeutung ist viel wichtiger als das Geld." Obwohl MSA - mit 250 Millionen Dollar Jahresumsatz eine der großen US-Softwaregesellschaften - im vorigen Jahr rote Zahlen geschrieben hatte, gab es laut Imlay kein Liquiditätsproblem. Schon bevor IBMs Scheck eintraf, hätte der Kassenbestand bei 43 Millionen Dollar gelegen. Dem Image des bereits sichtlich genesenen Softwarehauses sei die Geldspritze aus Armonk sehr zuträglich, urteilen amerikanische Branchenbeobachter übereinstimmend.

"Damit wird bekräftigt, daß MSA in der Lage ist, auf breiter Front die Produkte neu zu gestalten", kommentiert Kenneth Burke, Vice President bei Alex Brown & Sons Inc., mit Blick auf IBMs SAA-Pläne. Für MSA ist das ganz klar ein Genehmigungsstempel, eine Belohnung für die loyale Unterstützung der IBM."

Daß der Hardwarekonzern (wenn auch nur mit fünf Prozent) am Unternehmen beteiligt ist, hat für MSA überdies den Vorteil, daß eine unerwünschte Übernahme unwahrscheinlich wird. Nach Ansicht von Thomas O'Flaherty, Direktor bei Broadview Associates in Fort Lee/New Jersey, steckte hier auch ein Motiv für IBM: "Sie wollten nicht, daß MSA in andere Hände gerät und dann die Richtung ändert." Mit anderen Worten: Der DV-Gigant ist auf die kleinen Partner angewiesen, will er sein Konzept "Systems Application Architecture" (SAA) in die Tat umsetzen, das in Zukunft allen Softwareprodukten ein einheitliches Erscheinungsbild geben soll.

Imlay streitet ab, daß solche Beweggründe eine Rolle gespielt hätten. Nach seiner Darstellung ist das MSA-Kapital auf nur eine Handvoll Personen und Organisationen verteilt, was heißt, daß niemand unbemerkt Stimmrechte ansammeln und anonyme Aktionäre zum Verkaufen veranlassen könnte. Außerdem fühlt sich der MSA-Boß von den Gesetzen des Staates Georgia hinreichend vor Takeovers geschützt. Einen Übernahmeversuch seitens Computer Associates hatte das Unternehmen aus Atlanta voriges Jahr mit der Drohung vereitelt, alle wichtigen Manager würden sonst den Hut nehmen.