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15.11.2002 - 

Xeon- und Itanium-Prozessoren im Clinch

IBM bohrt Intel-Server mit neuer CPU auf

MÜNCHEN (CW) - Als einer der ersten Hersteller präsentiert IBM Server auf Basis von Intels neuem 32-Bit-Prozessor "Xeon MP". Außerdem gab der Hersteller Details über zukünftige Itanium-Rechner bekannt, die nicht unter AIX arbeiten werden.

IBM hat die Modelle "x255", "x360" und "x440" der X-Serie mit Intels neuestem Xeon-MP-Prozessor (Codename "Gallatin") ausgestattet. Der Chip ist mit maximal zwei Gigahertz getaktet und enthält bis zu 2 MB Cache-3-Speicher. Im Vergleich zum Vorgänger "Foster", der mit 1,6 Gigahertz getaktet ist und über einen halb so großen Cache-Speicher verfügt, soll Gallatin um 20 bis 38 Prozent schneller sein.

Intel hat den Zuwachs unter anderem durch den Fertigungsprozess mit 0,13 Mikrometer breiten Leiterbahnen erreicht. Der Foster-Chip wird in 0,18-Mikrometer-Technik produziert. Ein weiterer Vorteil des neuen MP-Chips, der auch mit Taktraten von 1,5 und 1,9 Gigahertz angeboten wird, ist, dass er sich in die bestehenden Platinen-Layouts ohne großes Reengineering einpassen lässt. Zudem will ihn Intel zum selben Preis wie den Vorgänger abgeben. IBM nutzt den Chip für den Vier-Wege-Server x255, der als Tower- oder Rack-Version zu haben ist. Ebenfalls mit vier Intel-CPUs ist der x360-Rechner bestückt, der nur in einer Einbauversion mit einer Bauhöhe von drei Höheneinheiten angeboten wird. Das Flaggschiff der Reihe ist das Modell x440, das zunächst als Vier- und Acht-Wege-System auf den Markt kommt. Noch in diesem Jahr will Big Blue eine Version mit 16 Prozessoren vorstellen. Mit diesem Rechner erreichte IBM nach eigenen Angaben neue Bestwerte in diversen Benchmark-Tests. Wie alle Server der X-Serie unterstützen auch die Neuen als Betriebssysteme Linux und Microsofts Windows. Über Preise war nichts zu erfahren.

Kein AIX für Itanium

Im ersten Quartal 2003 soll die X-Serie um Rechner auf Basis von Intels 64-Bit-Chip "Itanium 2" erweitert werden. Nach Angaben des britischen Online-Dienstes "Computerwire" handelt es sich dabei um ein Vier-Wege-System, das mit dem "Summit"-Chipsatz bestückt wird. Der Rechner, der etwa zeitgleich mit Microsofts 64-Bit-Betriebssystem ".NET Server" auf den Markt kommen soll, wird unter Windows und Linux laufen.

Anders als ursprünglich geplant, wird der Hersteller das hauseigene Unix-Derivat AIX nicht auf die Itanium-Architektur portieren. "Ein für den Itanium 2 optimiertes AIX wird es nicht geben", schließt Deepak Advani, Vice President X-Series High Performance Servers bei IBM, aus. Seiner Meinung nach reicht das Open-Source-Programm aus, um die Unix-Bedürfnisse der Kunden im Itanium-Umfeld abzudecken.

Ob die Itanium-Server allerdings ein kommerzieller Erfolg werden, bleibt abzuwarten. Intel verlangt bisher für die 64-Bit-Prozessoren deutlich mehr als für die Gallatin-Chips, obwohl der Itanium in Leistungstests wie dem TPC-C-Benchmark nur geringfügig besser abschneidet als der Xeon-MP. Außerdem fehlen noch immer Betriebssysteme und Applikationen, die die 64 Bit voll ausnutzen können. IBM wendet sich deshalb nach Angaben von Advani mit den Itanium-2-Servern an die "Early Adopters" in Nischenmärkten wie dem High Performance Technical Computing (HPTC) und Business Intelligence. (kf/kk)

Supercomputer mit Linux

IBMs "Blue-Gene"-Supercomputer sollen unter Linux laufen. Zur Wahl standen das Open-Source-OS oder ein Spezial-Betriebssystem. Zugunsten von Linux sei die Entscheidung ausgefallen, weil sich das OS aufgrund des offenen Quellcodes um für den Betrieb des Supercomputers notwendige Funktionen erweitern lasse, so IBM. Zudem profitiere der Hersteller von dem Feedback und den Vorschlägen der Open-Source-Gemeinde.

Jüngstes Mitglied der Blue-Gene-Familie ist IBMs im vergangenen November angekündigter Supercomputer "Blue Gene/L", den das Lawrence Livermore National Laboratory zur Simulation von Nuklearwaffen einsetzen will. Mit 16 Terabyte Arbeitsspeicher und 65 000 Power-4-Prozessoren soll der Numbercruncher in spe etwa 200 Billionen Rechenschritte pro Sekunde (200 Teraflops) bewältigen können. Bei einer im Vergleich zu den bislang schnellsten Supercomputern 15fachen Geschwindigkeit wird das System 15-mal weniger Strom und 50-mal weniger Platz benötigen. IBMs Blue-Gene-Bolide wird voraussichtlich Ende 2004 die Arbeit aufnehmen.