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30.05.1980 - 

Erste Anwender-Reaktion auf 4331 Modell 2:

IBM-Bonbon mit Wermutstropfen

Als reine Show bezeichnet ein rheinischer IBM-Anwender die Ankündigung der 4331 Modell 2 (CW 21 vom 23. 5. 1980, Seite 1). Der Markführer wolle damit vor allem die anschwellende Kritik dämpfen. Gerade in letzter Zeit seien, wie er aus IBM-Kreisen weiß, eine Menge 4331-Aufträge storniert worden. Dem DV-Chef eines schwäbischen Pharmakonzerns kommt der Kapazitätszuwachs sehr gelegen. Mit seiner 1MB-Version steht er inzwischen vor echten Schwierigkeiten. Der Preis von 270 000 Mark für die Speichererweiterung auf 4 MB sei für ihn dennoch ein gewaltiger Wermutstropfen.

Nach Ansicht von Heinrich Ratsch (Glücksklee GmbH, Hamburg) war bisher die Kluft zwischen der 4331 und der 4341 zu groß. Zwar hätte man einen 370/115-Anwender noch dazu bewegen können, auf ein System 4331 umzusteigen, schwieriger sei es jedoch gewesen, Benutzer von Systemen "370/125 aufwärts" zu überzeugen. Ihnen war die 4331 kapazitätsmäßig zu klein und die 4341 bereits eine Nummer zu groß.

Der Hamburger DV-Chef sieht im Modell 2-Announcement einen Schachzug seitens der IBM, um unter anderem auch das ungeliebte, weil "enorm pflegebedürftige" Betriebssystem DOS/VS loszuwerden. Denn ein Mehr an 4331-Kapazität könne zum Beispiel die bisher schwankenden 370/138-Anwender zum Kauf des neuen Systems bewegen. Und diese wären eher bereit, auf IBM's komfortableres Betriebssystem MVS umzusteigen.

Angeschmiert seien vor allem 4341 Anwender, konstatiert Adolf Anhorn von Leyland in Neuß. Hätten die Stuttgarter ihr Vorhaben rechtzeitig bekanntgegeben, wäre sicherlich so mancher Kollege, der zwischen den beiden 4300-Modellen schwankte weil weder die eine noch die andere Maschine von der Kapazität her paßte anders vorgegangen.

Der Ettlinger DV-Leiter Ludwig Oberle vermutet hingegen, daß das Modell 2 nichts anderes darstellt, als die "4336", die als Zwischenmodell im Gespräch war. Vergleiche man die jetzt angekündigte 4331-Version mit der 4341, sei der Sprung auf das größere System unter Berücksichtigung von Preis und Leistung nur noch minimal.

Der zur Diskretion vergatterte rheinische DV-Chef verdeutlicht, daß die "neue 4331" zwar bei einigen Anwendern mit Jubelrufen aufgenommen wird. Sie hätten aber inzwischen gemerkt, daß ein effizientes, datenbankorientiertes Arbeiten nur ab zwei Megabytes möglich ist. Doch würde sich der potentielle IBM-Kunde ärgern, daß sich an der generellen Konzeption der 4300 Modelle nichts geändert hat. Der Rheinländer fragt: "Warum übernimmt der Marktführer nicht wenigstens Bruchteile seiner /38-Philosophie auf diese Serie?"