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19.12.2006

IBM bringt kostenlose Suchmaschine

Mit "Omnifind Yahoo Edition" möchte die IBM das untere Segment der Enterprise-Suche besetzen. Das Fehlen wichtiger Features soll zum Update auf kostenpflichtige Versionen animieren.

Die IBM erweitert ihre "Omnifind"-Produkte um eine kostenlose Suchmaschine für Intranets und Firmen-Websites. Diese "Yahoo Edition" unterscheidet sich von den großen "Enterprise"-Ausführungen nicht nur im Preis, sondern auch durch einen geringeren Funktionsumfang und den Einsatz von Open-Source-Komponenten.

Im Gegensatz zu den großen Omnifind-Varianten kann die Yahoo Edition nur zwei Datenquellen indexieren. Dazu zählen Dokumente, die über HTTP zugänglich sind, und Dateisysteme. Bei der Zahl von 200 unterstützen Dateitypen liegt die Software gleichauf mit den Enterprise-Versionen. Darunter finden sich HTML und die wichtigsten proprietären Formate wie MS Office oder PDF. Anders als die kostenpflichtigen Varianten lässt sich die Yahoo Edition nicht durch Adapter für weitere Datenquellen oder durch Filter für zusätzliche Dateitypen erweitern. Diese Einschränkung hat wie das Limit von 500 000 Dokumenten keine technischen, sondern Marketing-Gründe. Die Software beruht nämlich wie die Enterprise-Ausführungen auf dem UIMA-Framework, das Erweiterungen explizit vorsieht und dafür eigene Plugin-Schnittstellen bietet. Im Unterschied zu den großen Ausführungen nutzt die Yahoo Edition die freie Software "Apache Lucene" als Indexer.

Eine der größten Einschränkung neben der geringen Zahl unterstützter Datenquellen besteht in den fehlenden Sicherheitsmechanismen. Eine Enterprise-Suche sollte nur jene Dokumente in den Trefferlisten anzeigen, auf die der jeweilige Benutzer zugreifen darf. Die Yahoo Edition beherrscht dieses Feature nicht und bietet in den Ergebnisseiten zusätzlich eine komplette Cache-Version des Dokuments an. Der Crawler sollte daher mit möglichst geringen Rechten ausgestattet werden.

Kampf um Einsteigerversionen

Die IBM bedient mit der Yahoo Edition das untere Segment eines Marktes, in dem sie mit den großen Omnifind-Varianten bisher nur mäßig erfolgreich agierte. Dort tummelt sich seit geraumer Zeit auch Google mit seinem Angebot "Mini". Dabei handelt es sich um eine Kombination aus Hard- und Software, die ähnliche Begrenzungen aufweist wie die Yahoo Edition. So fehlt auch ihr ein Sicherheitskonzept und sie durchsucht nur eine beschränkte Zahl an Dokumenten. Erst das leistungsfähigere "Google Appliance" überwindet diese Limits. Einige unmittelbar nach der Yahoo Edition-Freigabe publizierte Interpretationen, wonach die IBM mit einer Gratis-Software das kostenpflichtige Google-Angebot unter Druck setze, übersehen jedoch, dass die Mini sowohl Hardware als auch Support umfasst. Letzterer muss im Fall der Yahoo Edition für 2027 Euro pro Server und Jahr separat erworben werden.

Während Google mit der Enterprise-Suche sein ertragreiches Web-Business abrundet, entfällt dieser Aspekt für die IBM. Googles Mini bindet Firmennutzer an die Web-Suchmaschine, indem sie eine gemeinsame Suchmaske für das Intranet und das Internet bietet. Die Yahoo Edition integriert ebenfalls interne und Web-Recherche unter einer Oberfläche. Nutznießer dieser Kombination ist allerdings der Vertriebspartner Yahoo, dessen Online-Suchmaschine per Voreinstellung eingebunden wird. Von der Kooperation mit der Web-Company erhofft sich die IBM Zugang zu Anwendern jenseits ihrer traditionellen Großkunden. Dort soll die neue Software die Omnifind-Marke bekannt machen und den Verkauf der kostenpflichtigen Versionen ankurbeln.

Die IBM stellte die Yahoo Edition kurz vor dem Erscheinen eines weiteren Konkurrenzprodukts fertig. Microsoft möchte im kommenden Jahr den "Office Sharepoint Server for Search" auf den Markt bringen. Es handelt sich dabei um eine abgespeckte Variante des Sharepoint-Servers, die ebenfalls auf das Low-end abzielt. Die Software bietet anders als Yahoo Edition und Google Mini ein integriertes Sicherheitskonzept und kann mehr Datenquellen durchsuchen. Dazu zählen Exchange, Sharepoint und auch Notes-Datenbanken, mit denen IBMs Omnifind Yahoo Edition nichts anzufangen weiß. (ws)