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07.02.1997 - 

Supportproblem soll angegangen werden

IBM-CEO Gerstner erklärt Service bei Lotus zur Chefsache

Rund eineinhalb Jahre, nachdem IBM für Lotus 3,5 Milliarden Dollar bezahlte, ist ein grundlegendes Problem der neuen Tochter zum Ohr des Big-Blue-Chefs vorgedrungen. Gerstner erklärte der Lotusphere-Besucherschar das Service- und Supportproblem bei Lotus zur Chefsache.

"Wir müssen die Schwierigkeiten noch in diesem Jahr in den Griff bekommen", appellierte der IBM-Chef an seine Mannschaft. Dazu kann Lotus künftig auch Teile der IBM-Infrastruktur nutzen, so etwa die 18 Dienstleistungszentren des Armonker IT-Konzerns. In Cambridge im US-Bundesstaat Massachusetts wird das Unternehmen zudem ein "World Computing Center" einrichten, um den Support zu verbessern. Schließlich wird es eine spezielle Hilfe-Truppe geben, die bei eiligen Anfragen zuständig ist.

Auch Lotus-Chef Jeffrey Papows gelobte Besserung. Mit dem Wachstum der Kundenbasis habe es Engpässe bei der Unterstützung dieser Anwender gegeben. Man werde neue Leute einstellen und in deren Ausbildung investieren. "Wir haben ein großes Labor namens IBM", beschrieb Papows scherzhaft den reichen Erfahrungsschatz, aus dem die Lotus-Techniker bei Anwendungsproblemen schöpfen können. In die bei IBM installierte Notes-Umgebung sind derzeit weit über 100000 Anwender eingebunden.

Die neuen Gemeinsamkeiten zwischen Tochter und Mutter beschränken sich jedoch nicht auf Kundenservice und -support. Lotus kündigte auf der als Show inszenierten Messe in Orlando weitere Varianten des Notes-Servers Domino für die IBM-Boliden S/390 und AS/400 an.

Den Anfang wird die Domino-Version für das Betriebssystem OS/390 machen. Sie soll im September des laufenden Jahres verfügbar sein. Anfang 1998 soll dann die AS/400-Variante folgen. IBM glaubt, seiner Großrechnerkundschaft damit einen Weg zu eröffnen, geschäftskritische Anwendungen der Mainframe-Umgebung mit der Groupware-Funktionalität kombinieren zu können.

Um die entsprechenden Applikationen liefern zu können, planen Mutter und Tochter, den Software-Entwicklern unter die Arme zu greifen. Notwendig wären zunächst Migrationswerkzeuge, um den Domino-Server auf den Großrechner zu hieven. Außerdem forderten Anwender gegenüber der amerikanischen CW-Schwesterpublikation "Computerworld" von IBM eine bessere TCP/IP-Unterstützung und ein eindeutiges Preismodell ein.

Von den neuen Lösungen könnten vor allem Anwender profitieren, die neben ihren Groß- und Midrange-Rechnern Notes-Server betreiben. Mit Domino-Varianten für die S/390 und AS/400 ließe sich die Workgroup-Software auf den IBM-Maschinen implementieren und die Server-Zahl reduzieren, wobei an einem Großrechner maximal 10 000 Anwender hängen dürften.

Da das Workgroup-Tool vor allem nach Anzahl der Clients lizenziert wird, könnte Lotus die Konsolidierung der Server kaum schmerzen. Andererseits eröffnen sich der IBM-Tochter mit den neuen Varianten neue Märkte. So wird es vielleicht möglich sein, das von der Lotus-Führungsetage genannte Ziel von 18 Millionen installierten Notes-Clients zu erreichen. Derzeit haben 9,5 Millionen Anwender Zugriff auf Notes-Datenbanken.