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13.11.1987 - 

Kampfansage an die Konkurrenz auf Analystentreffen in New York

IBM-Chef Akers: Wir verkaufen über den Preis

THORNWOOD (CWN) - Auf breiter Front zeigt sich Big Blue kampfbereit: Nicht nur den Leasing- und Wartungsfirmen warf der Konzern den Fehdehandschuh hin (siehe Bericht auf Seite 2). Auch die Hardware-Konkurrenten will IBMs erster Mann. John Akers, das Fürchten lehren: "Wir sind im Preis aggressiver als früher", versprach der Konzernchef den verunsicherten Börsenanalysten auf dem jährlichen IBM-Empfang für Finanzmanager.

"Wenn die Kunden den Preis in unserem Geschäft zum Kaufkriterium machen, haben wir keine Angst, die Herausforderung anzunehmen", tönte Akers bei dem Meeting mit 150 Analysten im IBM-Schulungszentrum Thornwood im Staat New York. Die Kampfansage an den Mitbewerber konnte allerdings nicht darüber hinwegtäuschen, daß Akers den versammelten Finanzexperten in puncto Umsatz einige unerfreuliche Fakten präsentieren mußte. Die Verkaufszahlen der 3090-Reihe ließen für das am 31. Dezember endende Geschäftsjahr lediglich eine leichte Zunahme gegenüber dem vergangenen Abrechnungszeitraum erwarten.

Bei den mittleren Systemen - zwischen Sierra und PS/2 - schaffe man, eben das Vorjahresergebnis; dies sei "Ausdruck des Übergangs zur 9370" Nur im Bereich der PCs und Workstations hat der DV-Gigant nach den Worten seines Vorstandsvorsitzenden kräftig aufgeholt - gegenüber dem schwachen PC-Jahr 1986.

Akers warnte davor, das PC-Nachfolgeprodukt PS/2 zu unterschätzen. Der Konzern messe der Weiterentwicklung dieses Systems mehr Gewicht bei als dem alten PC. Einen solchen Rückstand, wie ihn die IBM vor einem Jahr bei den PCs gehabt habe werde es mit Sicherheit in Zukunft nicht mehr geben. "Wir werden Leistung und Preis jährlich verbessern", kündigte Akers an.

Was Big Blues finanzielle Aussichten betrifft, gab sich Akers vorsichtig optimistisch. In den kommenden sechs Monaten werde sich nach den anhaltenden Verschlechterungen der Umsatzrendite wieder ein leichtes Gewinnwachstum einstellen - wenn keine Rezession dazwischenkomme, schränkte der IBM-Chairman gleich wieder ein. Indes sei der Schlüssel zum Profit kein "robustes" Umsatzplus, sondern eine optimierte Kostenstruktur. Die bisherigen Spar maßnahmen würden schon dafür sorgen, daß eine Zunahme der Verkäufe um drei oder vier Prozent zu einer entsprechend höheren Rendite führten.

"Unsere Geschäftstruktur ist heute viel ausgewogener als vor zwei Jahren", assistierte IBM-Finanzmanager Frank Metz seinem Boß. Aber der oberste Kassenwart des größten DV-Konzerns der Welt gab zu bedenken, daß die von Akers zitierten vier Prozent Steigerung nur zu erreichen seien, wenn deutlich mehr von den lukrativen Mainframes im verkauften Produktmix enthalten seien.