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23.03.2001 - 

Dokumenten-Management- und Archivsystem für Massendaten

IBM Content Manager synchronisiert verteilte Objekte

MÜNCHEN (ue) - IBMs "Visual-Info"-Nachfolger, das Dokumenten-Management- und Archivsystem "Content Manager", steht in Version 7.1 zur Verfügung. Das Update der für unternehmensweite Großanwendungen konzipierten Plattform kommt mit Features, die aus anderen, insbesondere kleineren Systemen schon längere Zeit bekannt sind.

So hebt IBM beim neuen Content Manager die Unterstützung des Open Document Management API (ODMA) hervor, ein Standard, der 1999 noch die Branche bewegte, dann aber im allgemeinen E-Business-Hype unterging. Die Spezifikation erlaubt eine relativ einfache Integration von Frontend-Anwendungen wie Word, weshalb Hersteller wie Microsoft oder Corel schnell ihre ODMA-Unterstützung zusagten. Für das Update des IBM-Systems bedeutet dies, dass Anwender jetzt aus den ODMA-fähigen Applikationen heraus im Content Manager recherchieren beziehungsweise Dokumente archivieren können.

Neue ReplikatorfunktionEine andere Neuerung hat IBM im Rahmen der Versionsverwaltung mit einer Replikatorfunktion für verteilte Objekte (Dokumente) eingeführt. Interessant ist dieses Feature vor allem für Großanwender, die eine über mehrere Niederlassungen verteilte Gesamtlösung suchen. Bislang konnte ein Objekt nur einem Server zugeordnet werden. Jetzt besteht die Möglichkeit, lokal eingehende Dokumente vor Ort zu speichern und gleichzeitig eine Sicherung auf anderen Servern, meist im Langzeitarchiv der Zentrale, zu verwalten.

Bezüglich der Frontends steht mit Version 7.1 auch ein nativer Browser-basierter Client im Rahmen des Enterprise Information Portal (EIP) von IBM zur Verfügung. Bei EIP handelt es sich um ein Framework beziehungsweise eine Integrationsplattform, über die sich diverse Datenquellen eines Unternehmens von einem "Single Point of Access" aus erreichen lassen. Mit Hilfe von Konnektoren kann die EIP-Suchmaschine oder ein EIP-Desktop auf Repositories, relationale Datenbanken, Data Warehouses sowie im Fall von Dokumenten-Management auf den Content Manager beziehungsweise auf die Konkurrenzprodukte von Filenet und Documentum zugreifen.

Diverse ZertifizierungenEine weitere Frontend-Option von Content Manager 7.1 gibt es beim Windows-Client, wo sich zum Beispiel Postkorb oder Trefferliste in dem vom Explorer gewohnten Look and Feel darstellen lassen.

Schließlich wirbt IBM mit der Zertifizierung seines Produkts für Siebel 2000, Tivoli und Windows 2000. Das Gateway zum Siebel-Produkt ermöglicht es, die Siebel-Datenbank von Langzeitdokumenten zu entlasten und diese in das Content-Manager-Archiv zu überführen. Die entsprechende "Common-Store"-Funktion bietet IBM bereits für R/3- und Notes-Umgebungen an, eine Schnittstelle für Microsoft-Exchange soll demnächst folgen.

Insbesondere die Integration des Content-Manager-Moduls "On Demand" in die Call-Center-Lösung von Siebel bewirkt, dass sich auch Cold-Daten (Cold = Computer Output on Laserdisk) auf die Siebel-Arbeitsplätze bringen lassen. On Demand speichert die Dokumente komprimiert im codierten Format inklusive der Ressourcenobjekte, in denen die Informationen zur Druckaufbereitung enthalten sind. Auf diese Weise soll sich eine abgelegte Ausgangsrechnung jederzeit originalgetreu reproduzieren lassen.

Zur IBM-Interwoven-KooperationErst kürzlich meldeten IBM und Interwoven, dass IBM im Rahmen eines OEM-Abkommens die Content-Management-Software "Teamsite" von Interwoven in abgewandelter Form zusammen mit "Websphere" vermarkten will. Wo die Ergänzungen dieser kombinierten Produktpalette inklusive IBMs "Content Manager" liegen, erklären die beiden Hersteller so:

Laut IBM handelt es sich beim Content Manager um ein Dokumenten-Management- und Archivsystem, das selbst keine Funktionen für Web-Content, insbesondere für das Erstellen und Design von Websites bietet. Die Stärke von Content Manager liege auf der Verwaltung optischer Archive mit hohem Dokumentenaufkommen, auf deren Indizierung, Verschlagwortung und Versionskontrolle.

Unter Content versteht Interwoven dagegen alles, was zum Betrieb einer Website benötigt wird. Hierzu gehören unter anderem die Applikationen in Form von Enterprise Javabeans (EJBs) oder Java Server Pages (JSPs), Texte, Produktdaten sowie Media-Informationen wie Bilder und Videos. Teamsite bildet dabei ein Content-Repository für Web-Initiativen beziehungsweise -Projekte. Das Produkt soll als Bindeglied zwischen den Welten der Content-Erstellung, den Applikationsentwicklern und den Multimedia-Autoren fungieren. Hinzu kommen Funktionen zur Personalisierung der Web-Inhalte sowie Workflow-Mechanismen.

Damit übernimmt Teamsite im Fall von IBM eine Integrationsrolle zwischen den "Websphere-Studio"-Benutzern, die EJB-, JSP- und Servlet-Anwendungen für den Application Server schreiben, den Multimedia- und Content-Autoren. Eine Anbindung besteht zu DB2 als relationale Datenbank und Content Manager. Letzerer könnte gerade bei der Erstellung, Verwaltung und Pflege einer großen Anzahl von Websites als Backend-Archiv dienen, da Teamsite selbst hier nur mit Flatfiles arbeitet.