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03.05.1985 - 

Erstmals Konzernbilanz vorgelegt - Erfolg des PC-Absatzes nur herbeigeredet:

IBM Deutschland erzielte mageres Umsatzplus

STUTTGART (ru) - Gegenüber den Zuwachsraten manch anderer Mitbewerber nehmen sich die des deutschen IBM-Konzerns eher bescheiden aus. Mit einem Umsatzplus von 6,2 Prozent fiel die Stuttgarter Tochter des DV-Multis weit hinter das Vorjahresergebnis von 16.3 Prozent zurück. Die Umsatzrendite war mit 6.4 Prozent ebenso hoch wie 1983 (siehe auch Kolumne).

Ihr 75jähriges Bestehen feierte die IBM gleichzeitig mit einem buchhalterischen Novum: Erstmals legte sie für das zurückliegende Geschäftsjahr eine konsolidierte Bilanz vor. Sie umfaßt neben der IBM Deutschland GmbH die IBM Produktvertrieb GmbH, die IBM Kreditbank GmbH sowie die IBM Sondersysteme GmbH, von der nur noch der Firmenmantel besteht. Die geschäftlichen Aktivitäten wurden im August 1984 eingestellt.

Das neue Bilanzwerk läßt daher einen Vergleich mit dem Vorjahr schwerlich zu. So wurden früher nur die Zahlen der IBM Deutschland GmbH veröffentlicht. Von den im vergangenen Geschäftsjahr erzielten 11277 (10622) Milliarden Mark Umsatz entfallen etwa elf Milliarden Mark ausschließlich auf die IBM Deutschland, deren Umsatzplus damit unter dem Konzernergebnis liegt.

Stellt man dem jüngsten Konzernabschluß trotzdem die Geschäftszahlen für 1983 gegenüber, ergibt sich folgendes Bild: Der Exportumsatz lag mit 4,32 (4,163) Milliarden Mark um 3,8 (16,4) Prozent höher. Beim Export an Schwestergesellschaften werde kostenbezogen fakturiert, die erhebliche Zunahme des Mengenausstoßes lasse sich daher nicht erkennen, erklärte Lothar F. W. Sparberg, Vorsitzender der IBM-Geschäftsführung.

Auf den Inlandsumsatz entfielen sieben (6360) Milliarden Mark, das entspricht einem Zuwachs von 7,7 (14,4) Prozent. Der spärliche Umsatzanstieg, speziell im Inland, so Sparberg, sei durch einen Strukturwandel gekennzeichnet. So habe der Umsatz aus Vermietungen zugunsten des Verkaufs ständig abgenommen. Die Mietumsätze lagen mit gut einer Milliarde Mark etwa 30 Prozent unter dem Vorjahresniveau.

Der Erlös aus neuen und bereits installierten Maschinen beläuft sich für 1984 auf mehr als vier Milliarden Mark. Dies sind rund 58 Prozent am Inlandumsatz. Das Neugeschäft wuchs nach IBM-Darstellungen um über 40 Prozent und erreichte einen Anteil von über 50 Prozent am Inlandsumsatz. Die Umsätze aus Dienstleistungen kletterten um 18,4 Prozent auf 1,9 Milliarden Mark.

Der Jahresüberschuß nach Steuern beläuft sich auf 726 (681) Millionen Mark. Gegenüber dem vorjährigen nichtkonsolidierten Ergebnis bedeutet dies eine Zunahme von 6 7 (5,3) Prozent. Die Umsatzrendite ist mit 6,4 Prozent gleich der von 1983. Hinter dem Vorjahr zurück blieben die Investitionen mit 1103 (1286) Milliarden Mark. Mitarbeiter stellte IBM in 1984 netto nur 148 neu ein.

Noch auf der Bilanzpressekonferenz des Vorjahres hatten die Stuttgarter "eine beträchtliche Ausweitung des PC-Geschäftes" in Aussicht gestellt. So wundert es kaum, daß Sparberg jetzt auch eine überdurchschnittliche Nachfragesteigerung bei den Kleinstrechnern festgestellt haben wollte. Trug der PC 1983 nur mit einem Prozent zum Gesamtumsatz bei, so waren es ein Jahr später "dreimal soviel", wie Sparberg erklärte. Das heißt: Etwa drei Prozent des Umsatzes entfielen auf den PC, was einem Volumen von rund 300 Millionen Mark entsprechen würde.

Als gut bezeichnete die IBM das Wachstum bei den Großsystemen. Es werde überdies durch die Nachfrage nach kleinen und mittleren Systemen gestützt. Für das erste Quartal 1985 konstatierte der IBM-Boß einen guten Verlauf. Es erlaube eine optimistische Prognose.

Aufgrund der Dynamik des Marktes heißt für Sparberg die Zukunft Kooperation. Diese dürfe keinesfalls auf nationaler Ebene beschränkt bleiben. Zusammenarbeit müsse künftig langfristig oder temporär sowie in unterschiedlichster Form (Konsortien, Beteiligungen, Jointventures) angelegt sein. Er erinnerte für die IBM an Philips, Siemens, Voest, Thompson und Elsag. Ein Einvernehmen auf geschäftlicher Basis könnte aber auch mit Softwarehäusern, Unternehmensberatern, Händlern und Forschungseinrichtungen erzielt werden.

Als Ausdruck internationaler Entwicklungsbemühungen sieht Sparberg die Bemühungen der IBM um Normen in der Informationsverarbeitung. Manche, gab er zu verstehen, wollten die Zusammenarbeit nicht sehen und argumentierten, den Benutzern werde die "IBM Systems Network Architecture" (SNA) aufgezwungen. Es sei jedoch keine Norm, sondern eine firmeneigene Architektur zur Vernetzung von IBM-Systemen. "Open Systems Interconnection", kurz OSI, sei hingegen tatsächlich ein System von Normen. SNA und OSI ergänzten sich.