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28.05.1982 - 

Großrechnerflaute im vergangenen Jahr bremst Umsatzergebnis

IBM Deutschland: Inlandsgeschäft stagniert

STUTTGART (nw) - Das frische Engagement der IBM Corp. bei Personal Computern und Industrieroboter, sogenannten "Handhabungssystemen", beweist nach den Worten von Professor Walter A. Bösenberg, daß Unternehmensgröße und Flexibilität kein Widerspruch seien. Wann der Computermulti die neuen Produkte auch für den deutschen Markt freigeben wird, mochte der Boß der IBM Deutschland GmbH auf der Bilanzpressekonferenz des Unternehmens indes nicht sagen.

Wunder Punkt beim Verkauf der Kleincomputer in der Bundesrepublik ist das ungelöste Vertribsproblem. Da die "DV-Mäuse" im Verhältnis zu größeren Systemen nur über einen Mengenabsatz Gewinne abwerfen, muß der Vertrieb über Händler oder Kaufhäuser erfolgen. Wer nun für IBM den bundesdeutschen Verkauf organisieren soll, sei noch nicht entschieden.

Weit schneller war man dagegen bei der Neuorganisation des Marketingbereichs: Innerhalb von nur drei Monaten strukturierte Big Blue weltweit den bisher prokuktorientierten Vertrieb in eine nach Kundenkreisen ausgerichtete Organisation um.

Aber nicht nur im Marketing-, sondern auch im Produktionsbereich hat (...)h IBM alle Mühe gegeben. So investierte der Computerriese 1981 die Rekordsumme von 1,406 Milliarden Mark (Vorjahr: 1,340 Milliarden). Damit, so betonte der stellvertretende Vorsitzende und designierte Bösenberg-Nachfolger Lothar F. W. Sparberg voller Stolz, habe IBM in einem Jahr mehr Geld in Sachanlagen gesteckt als in den ersten 50 Jahren ihrer Firmengeschichte von 1910 bis 1960. Mittelfristig sollen die Investitionen auch so weitergehen.

Im Geschäftsjahr 1981 stiegen die Inlandsumsätze, die sich zu 37 Prozent aus Kauf sowie aus Miete und Service zusammensetzen, nur um 1,3 Prozent auf 4,W17 Milliarden Mark, was Sparberg mit dem verbesserten Preis-/Leistungsverhältnis begründete. Was für die Kunden von Vorteil ist, bedeutet für IBM verstärkte Anstrengung, da beim Kaufgeschäft beträchtliche Absatzzuwächse notwendig sind, um ein nennenswertes Umsatzplus zu erzielen. Zudem hätten sich die im vergangenen Jahr eingegangenen Aufträge noch nicht im Umsatz niedergeschlagen. So seien bis Ende 1981 erst wenige Großrechner installiert gewesen. Doch aufgrund des "sehr guten Auftragseingangs" glaubt die Stuttgarter Geschäftsführung, daß in diesem Jahr der Inlandsumsatz stärker steigen werde als das Exportgeschäft.

Die Lieferungen an ausländische Schwestergesellschaften stiegen um 16,7 Prozent auf 3,18 Milliarden Mark. Insgesamt verbesserte sich damit der Umsatz um sieben (11,9) Prozent auf 7,89 Milliarden Mark.

1981 stellte das Unternehmen schwerpunktmäßig im Bereich Produktion 1750 Mitarbeiter ein und hat damit 900 neue Arbeitsplätze geschaffen so waren am Jahresende 27 263 Mitarbeiter beschäftigt. Die Fluktuationsrate betrug 3,1 Prozent.

Über den Jahresüberschuß von 540 Millionen Mark äußerte sich Sparberg zufrieden, wenn es auch nicht ganz gelungen sei, die allgemeinen Kostensteigerungen aufzufangen. Das Vorjahresergebnis von 590 Millionen Mark enthielt periodenfremde Erträge in Höhe von 147 Millionen Mark, die sich 1981 nicht wiederholt hätten. Für die Entwicklung des Ertrages im laufenden Geschäftsjahr äußerte sich Sparberg "sehr optimistisch".