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Rückstellungen für die Umstrukturierung


13.03.1992 - 

IBM Deutschland: Umsatz gestiegen, Gewinn gesunken

HAMBURG (vwd) - Die IBM Deutschland GmbH, Stuttgart, konnte ihren Umsatz im Geschäftsjahr 1991 von elf Prozent auf 14,8 (Vorjahr: 13,3) Milliarden Mark steigern. Beim Gewinn vor Steuern indes mußten die Schwaben Abstriche machen. Dies kündigte Hans-Olaf Henkel, Vorsitzender der IBM-Geschäftsführung, jetzt vor Hamburger Wirtschaftsjournalisten an.

Der Nettoertrag, so Henkel weiter, werde infolge einiger Rückstellungen im Rahmen der angekündigten Umstrukturierung ebenfalls niedriger ausfallen als im Vorjahr. 1990 hatte IBM Deutschland einen Nettogewinn von 692 Millionen Mark einfahren können. Auch die Steuerersparnis 1990 sei aufgrund bereits vorab gezahlter Dividenden an die IBM Corp., Armonk, 1991 nicht mehr möglich.

Der Export an ausländische Schwestergesellschaften wuchs laut Henkel um zehn Prozent auf 4,5 (4,1) Milliarden Mark. Der Inlandsumsatz stieg wegen der zusätzlichen Nachfrage aus den neuen Bundesländern um zwölf Prozent auf 10,3 (9,2) Milliarden Mark. Damit sei die IBM Deutschland im vergangenen Jahr stärker als der inländische Gesamtmarkt (plus zehn Prozent) gewachsen. Im Hinblick auf die Ergebnisentwicklung der Muttergesellschaft, die 1991 mit 2,82 Milliarden Dollar erstmals in ihrer Geschichte einen Verlust ausgewiesen hatte, äußerte sich Henkel optimistisch. Für 1992 sei ein "wesentlich besseres Ergebnis" zu erwarten.

Seit Jahresbeginn arbeite IBM weltweit nach dem neuen Unternehmenskonzept, das eine Reihe von Maßnahmen zur Verbesserung des Markterfolges vorsehe. Geplant sei, den Software- und Serviceanteil am Umsatz (IBM-Konzern: 32 Prozent, IBM Deutschland: 37 Prozent) mittelfristig auf 50 Prozent zu steigern. Der Abbau von Verwaltungs- und Hardwaremitarbeitern werde überwiegend auf dem Wege der Umschulung zu Software- und Servicefachkräften erfolgen. Der Vertrieb soll eine produkt- (bisher: regionen-)orientierte Ausrichtung erhalten. Ziel ist es zudem, den gesamten IBM-Konzern in kleine und überschaubare Einheiten zu segmentieren.

Henkel forderte von der Bundesregierung sowie von der Tarifpolitik die Umsetzung einer Unternehmenssteuerreform sowie Flexibilisierung der Arbeitszeiten. Nur dann bleibe der Standort Deutschland attraktiv, nur dann bestehe eine Chance, in Europa doch noch die Entwicklung und Produktion des 64-Mbit-Chips durchsetzen zu können. IBM kooperiert hier mit der Siemens AG, München. Inzwischen sei diese Kooperation auch offen für andere Unternehmen, mit denen derzeit intensive Gespräche laufen würden. Eine Entscheidung für die 64-MBit-Chip-Fertigung müsse noch 1992 fallen, sonst bestünde gegen den Wettbewerb aus den USA und Japan keine Chance mehr.