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02.02.1990 - 

Die IBM Corp. mußte auf dem amerikanischen Markt Verluste hinnehmen

IBM Deutschland verweist Siemens/Nixdorf auf Platz zwei

STUTTGART (CW) - Im Geschäftsjahr 1989 steigerte die IBM Deutschland GmbH ihren Umsatz auf 12,4 Milliarden Mark. Stark abgenommen hat hingegen das US-Geschäft der Corp: Auf dem heimischen Markt fuhren die Armonker im abgelaufenen Fiskaljahr 400 Millionen Dollar Verlust ein. Nur das gute Abschneiden seiner außeramerikanischen Aktivitäten verhalf dem Gesamtkonzern zu einem positiven Ergebnis.

Im deutschen Markt setzte die IBM mit knapp 8,4 (7,34) Milliarden Mark 14,2 Prozent mehr um als im Geschäftsjahr 1988. Der Export, der vorwiegend mit den ausländischen Schwestergesellschaften getätigt und auf Kostenbasis ermittelt wird, stagnierte bei 4,004 (4,003) Milliarden Mark im abgelaufenen Geschäftsjahr.

Darin sieht IBM allerdings kein Manko, sondern hier spiegeln sich für die Stuttgarter "vor allem weitere Produktivitäts-Steigerungen der drei Deutschen Werke in Berlin, Mainz und Sindelfingen" wider, bei sinkenden Verrechnungspreisen seien nämlich die Exportleistungen gestiegen. Damit lag der Gesamtumsatz mit 12,4 (11,4) Milliarden Mark um neun Prozent über dem Vorjahr. Laut Hans-Olaf Henkel, dem Vorsitzenden der Geschäftsführung, erstreckte sich diese Steigerung auf "praktisch alle Produkt- und Wirtschaftsbereiche des Unternehmens".

Besonders stark gewachsen sei das Miet/Leasing-Geschäft, erläuterte ein IBM-Sprecher. Aber auch die Hardware habe überdurchschnittlich zugelegt. Lieferschwierigkeiten im Mainframe Sektor hätten allerdings dazu geführt, daß hier die Zuwächse nicht so hoch gewesen seien wie in den anderen Hardwareklassen. Eine weitere Differenzierung will das Unternehmen jedoch erst zur Bilanzveröffentlichung im April dieses Jahres vorlegen.

"Wir haben nicht nur das Branchenwachstum 1989 am heimischen Markt deutlich übertroffen", resümierte Henkel, "sondern wurden von unseren Kunden mit 12,4 Milliarden Mark Umsatz auf dem Platz eins in der Informations- und Kommunikationstechnik bestätigt."

Nach IBM-Angaben lag das Branchen-Inlands-Wachstum 1989 bei rund elf Prozent

Mit diesem Ergebnis verweist Big Blue Deutschland auch die noch zu gründende Siemens/Nixdorf Informationssysteme AG, die nach Angaben der beiden Partner ein Umsatzvolumen von 12 Milliarden Mark aufweisen wird, auf den zweiten Platz der DV-Umsatzrangliste.

Zum Gewinn machten die Stuttgarter wie üblich noch keine Angaben. Allerdings ist bereits jetzt klar, daß die IBM Deutschland mit ihren 12,4 Milliarden Mark Jahresumsatz einen Anteil von mehr als 19 Prozent an den außeramerikanischen Umsätzen der IBM Corp. in Höhe von etwa 37 Milliarden Dollar (etwa 62 Milliarden Mark) haben wird. Auch der Beitrag zum außeramerikanischen Gewinn, der mit rund 4,2 (3,6) Milliarden Dollar höher lag als der weltweite Gewinn von knapp 3,8 (5,8) Milliarden Dollar, dürfte beträchtlich sein. Im Gegensatz zu seinen außeramerikanischen Unternehmen schrieb der Konzern auf dem heimischen Markt rote Zahlen: Big Blue fuhr in USA einen Verlust in Höhe von 400 Millionen Mark ein.

IBM selbst führt das schlechte Ergebnis nicht auf das operative Geschäft zurück, sondern auf die außerordentlichen Belastungen in Höhe von 2,4 Milliarden Dollar, die man im vierten Quartal des vergangenen Geschäftsjahres als Rücklagen für die angekündigten Sanierungsmaßnahmen ausgewiesen hat (siehe auch COMPUTERWOCHE Nr. 4 vom 26.Januar 1990, Seite 1).

Allerdings ist der um diesen Betrag bereinigte Gewinn auf dem heimischen Markt von etwa zwei Milliarden Dollar 1989 immer noch um 200 Millionen niedriger als im Geschäftsjahr 1988. +