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28.06.1991 - 

Zweites Quartal noch schlechter als das erste

IBM: DV-Konjunktur bleibt ohne Schwung

ARMONK (CW) - Auch für d s zweite Quartal des laufenden Geschäftsjahres hat die IBM Corp. die Gewinnerwartungen der Wallstreet-Analysten revidiert. Die Ergebnisse, warnte der Branchenprimus, könnten aufgrund der schleppenden Geschäfte sogar noch schlechter ausfallen als im ersten Abschnitt.

So verkündete die erfolgsverwöhnte IBM-Spitze, daß der Umsatz im zweiten Quartal (30. Juni) wohl noch stärker zurück gehe als im Abschnitt zuvor, in dem die Einnahmen gegenüber dem Vorjahresquartal um 4,5 Prozent auf 13,5 Milliarden Dollar gesunken waren.

Beim Gewinn rechne man damit, noch unter den ohnehin schon niedrigen Prognosen der Börsenanalysten zu liegen. Diese hatten bislang den Zweit-Quartals-Profit pro Aktie zwischen 50 Cents und einem Dollar angesiedelt.

Daß der Computerriese aus Armonk seine Gewinnerwartung auf unter 50 Cents pro Aktie gesenkt hat - im Vorjahresquartal hatte der Mainframer noch 2,45 Dollar pro Aktie verdient - , liegt nicht zuletzt an einer "moderaten" außergewöhnlichen Belastung, die im zweiten Abschnitt anfällt und die Insider auf rund 150 Millionen Dollar schätzen.

Sie steht in Zusammenhang mit dem Mitarbeiter-Freistellungsprogramm im Rahmen des geplanten Abbaus von weltweit 10 000 Arbeitsplätzen. Wie das "Wall Street Journal" schreibt, hätten IBM-Sprecher mitgeteilt, man habe die Zahl der Beschäftigten unterschätzt, die freiwillig das Unternehmen verlassen würden.

Jetzt zeichne sich ab, daß gut 3000 Mitarbeiter mehr als erwartet zum Jahresende gehen wurden.

Die pessimistischen Prognosen der IBM für das zweite Quartal ließen so manchen Markt-Insider nachfolgend mutmaßen, daß gar das Schreckgespenst "operativer Verlust" nun mit dem Branchenriesen auf Tuchfühlung gehen könnte. Bekanntschaft mit Minuszahlen hatten die Armonker bereits im ersten Quartal gemacht - diese allerdings waren rein buchhalterischen Ursprungs. Ungewöhnlich vorsichtig erklärten Unternehmenssprecher denn auch, man erwarte zwar nicht, Geld zu verlieren, doch hänge dies tatsächlich von der Umsatzentwicklung ab. Branchenkenner wiederum erklärten, sie könnten sich nicht vorstellen, daß sich die IBM erlaube, in die roten Zahlen zu rutschen - gänzlich ausschließen wollten sie es aber auch nicht.

Gedanken machten sich einige US-Analysten auch bereits über die Ergebnisse des Gesamtjahres bei IBM. Sie halten es für durchaus möglich, daß Big Blue für 1991 einen Umsatzrückgang hinnehmen muß. Dies wäre der erste seit 1946. Unternehmenssprecher wollten indes soweit nicht gehen. Man hoffe auf einen Aufschwung in der zweiten Jahreshälfte, ein Umsatzwachstum aber sei "unwahrscheinlich". Darüber hinaus warnte IBM schon jetzt davor, die Ertragserwartungen für das traditionell starke vierte Quartal zu hoch zu schrauben.

Prognosen von rund vier Dollar pro Aktie ließen sich wahrscheinlich nicht erfüllen, auch wenn die Auslieferungen der neuen ES/9000-Rechner die Ergebnisse des Abschlußquartals unterstützen würden.