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Einbindung von LU6.2 ermöglicht höheren Datendurchsatz

IBM ebnet OSI-Wege für sein Netz-Management-System Netview

10.08.1990

RESEARCH TRIANGLE PARK (IDG) - Neben Systems Center sputet sich auch der Hauptkonkurrent IBM, um den wachsenden Anforderungen der Benutzer nach offenen Netz-Management-Ansätzen gerecht zu werden. Die neuerlichen Bemühungen von Big Blue richten sich insbesondere auf sanfte OSI-Übergänge und die "Peer-to-peer"-Kommunikation via LU6.2.

Um an das Ziel der Netz Management-Träume zu gelangen. will die IBM zwei Fliegen mit einer Klappe schagen. Zum einen geht es Big Blue darum, mittels Netview verstärkt verschiedene Netze zu integrieren, zum anderen soll auch eine Migration zu den im OSI Network Management Forum definierten Standards forciert werden.

Der erste Schritt in diese Richtung ist die Einreihung von Netview in das IBM OSI/Communications-Subsystem. Damit wird Unterstützung für das OSI Common Management Information Protocol CMIP und die Common Management Information Services CMIS geboten. Das Subsystem gestattet es Netview, Daten in Netzwerken ZU sammeln, die sich auf sämtliche OSI-Layer erstrecken. Gleichermaßen ist dem Armonker Unternehmen daran gelegen, auch das Simple Management Protocol SNMP für Datenübermittlungen via TCP/IP unter seine Fittiche zu nehmen.

Allerdings: Bisher verfügen erst wenige Anwender über ein Netz-Management-System mit einem vollem OSI-Stack Abhilfe soll nun dadurch geschaffen werden, daß IBM den Anbietern von proprietären Lösungen die Optionen für die Entwicklung von Netview-Tools an die Hand geben möchte, die dann den Einsatz von CMIP- und CMIS-Tools auf der Basis von SNA-Transportprotokollen ermöglichen .

Des weiteren sind im Rahmen von CMIP auch OSI-Ausweichmöglichkeiten in die TCP/IP-Welt vorgesehen. Nicht in petto hält die IBM dagegen eine Unterstützung von SNMP über SNA.

Während bei CMIP und CMIS gut Ding wohl Weile haben wird, steht die Unterstützung von LU6.2 in diesem Jahr ins Haus. Netzwerk-Management-Funktionen können zwar schon heute via LU6.2 "verständigen", tun dies aber in der Regel nur selten, da die jeweiligen Anwendungen für das "Advanced Program-to-Program Communication/LU6.2 Program Interface" in VTAM in Einklang stehen müssen.

Zugriff auf Applikationen mit Workstation-Basis

Big Blue möchte deshalb ein neues High-Level-API anbieten das für eine direkte Netview-Anbindung sorgt. Mit LU6.2 wird der Weg für die Entwicklung von anspruchsvollen Netz-Management-Applikationen frei, da es einen höheren Datendurchsatz als andere von Netview unterstützte Session-Typen erlaubt.

Außerdem beinhaltet dieses Protokoll auch eingebaute Features, die nach weiteren IBM-Angaben eine größere Interaktivität zwischen verschiedenen Netz-Management-Lösungen gewährleisten und zudem einem Netview-Zugriff auf Workstation-basierte Anwendungen auf die Sprünge helfen.

Ferner zielt IBM auch auf die Bereitstellung einer grafischen Schnittstelle für Netview auf der Basis des Presentation Managers und einer OS/2-basierten Workstation.

Nicht außer acht lassen wollen die Armonker im Rahmen der angestrebten LU6.2-Kommunikation die "Belange" von Netview/PC, die eigentlich mehr auf die Protokoll-Umsetzung als auf das Kommunikations-Management ausgerichtet sind. Nicht-SNA-Produkte sind weiterhin auf einen Mechanismus angewiesen, der eine Übersetzung von IBM-fremden Netzprotokollen in eine für Netview verständliche Sprache ermöglicht.

Diesem Problem soll mit Hilfe einer konstanten Formatierung, die die Konfiguration, das Netz-Inventar oder die Einheiten in einem entsprechenden Kommunikationsverbund beschreibt, begegnet werden. Des weiteren ist eine auf Interoperabilität zielende Datenbank angedacht. Zur Disposition steht hier die Datenbankabfragesprache SQL zur Unterstützung von IBMs DB2.

IBM ließ außerdem durchblicken, daß der bestehende Repository Manager aus IBMs "AD/ Cycle Application Development Software" als Kandidat für die Basis eines Netview-Repository in Betracht kommt, diesbezüglich zusätzlich aber noch weitere Möglichkeiten diskutiert würden.

Geballte OSI-Ladung

Ob sich Big Blue nun nolens volens oder mit Feuer und Flamme auf ein OSI-gerechtes Netzmanagement-System einstimmt, mag dahingestellt bleiben. In jedem Fall wird es aber Zeit, die Weichen für eine offene Strategie in diesem Bereich zu stellen. Angesichts der vielfältigen Anstrengungen im Lager der Konkurrenz stellt sich ohnehin die Frage, inwieweit die IBM nicht gar die Netview-Fahne schon zu lange hochgehalten hat.

Um so mehr mochte man es wohl seit neuestem "wissen": Der DV-Marktführer zückt kurz nacheinander gleich eine ganze Reihe von Karten, sprich: Links und läßt sich dabei einige Winkelzüge einfallen, damit die Anwender nicht "Holterdiepolter" zum insgesamt noch auf tönernden Füßen stehenden OSI-Netzwerk-Management überlaufen.

Angesichts der vielen bestehenden SNA-Netze und Gateways soll es den Anwendern nun erst einmal schmackhaft gemacht werden, die beiden Protokolle CMIP und CMIS über die Systems Network Architecture abzuwickeln. Die Suche nach praktikablen Lösungen zeigt überdies die nun forcierte SNMP-Unterstützung. Wie das OSI Network Management Forum zu diesen Ankündigungen steht, weiß man natürlich noch nicht. IBM jedenfalls hofft, damit in den Reihen dieser Vereinigung Anklang zu finden. Auch der geplante LU6.2-Support wird durch die Realität bestimmt: So soll die Möglichkeit geschaffen werden, daß sich die Anwender über eine Netview/LU6.2-Verständigung im Sinne von "Advanced Program-to-Program"-Kommunikation das oft problematische VTAM schenken können. sch