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28.06.2005

IBM entdeckt die Lieferkette

Der Anbieter gründet eine neue Beratungseinheit für effektive Logistik.

Nach Angaben von Robert Moffat, der in den vergangenen Jahren IBMs eigenen Betrieb durchoptimiert hat und dabei Milliarden Dollar einsparte, will Big Blue Beratung, Technik zur Softwareautomatisierung sowie das eigene Know-how zur weltweiten Computerlogistik in einer spezialisierten Consulting-Einheit bündeln. Wirtschaftsexperten schätzen die weltweiten Ausgaben für Supply Chains auf rund drei Billionen Dollar. Rund 750 Milliarden davon gehen an externe Dienstleister.

Moffat (48) wurde auch gleich als Chef der neuen Supply Chain Consulting Practice eingesetzt. Durch ihre globale Ausweitung würden Lieferketten immer komplexer und schwieriger zu verwalten. Den Anstieg der Management-Kosten schätzt Moffat hier auf rund zehn Prozent jährlich. "Es ist offensichtlich, dass die Supply Chain hoch auf die strategische Agenda der CIOs klettert", sagte Moffat gegenüber US-Medien.

Der IBM-Mann verkauft zum Teil seine eigene Erfahrung. Man schätzt, dass er bei IBM im Jahr 2002 zwischen fünf und sechs Milliarden Dollar sowie 2003 und 2004 jeweils sieben Milliarden Dollar Kosten eingespart hat.

Mit traditionellem Outsourcing hat das neue Angebot wenig zu tun. Moffat weiß, dass Firmen ihre Lieferkette selbst kontrollieren wollen. Für IBM sei aber zumindest Platz als externer Ratgeber. Man strebe eine Rolle als "globaler Orchestrator" an. Frank Dzubeck, Analyst bei Communication Networks Architects, gibt Moffat Recht: "Kunden wollen ihren Supply-Chain-Betrieb keinesfalls auslagern. Aber sie möchten ihn verbessern."

In dem neuen Markt trifft IBM aus eigener Sicht auf Wettbewerber wie Fedex, UPS, DHL Worldwide und andere Transportunternehmen, aber auch auf traditionelle Beratungsrivalen wie Accenture. Seine Stärke sieht der Konzern unter anderem in der 19000 Mann starken Moffat-Truppe, dazu kommen noch einmal 8500 Consultants, die schon zuvor im Bereich Supply Chain tätig waren.

In China betreibt der Konzern bereits ein Tochterunternehmen, das im Kundenauftrag günstig Waren einkauft, und ähnliche Dienste sollen auch in anderen Niedrigpreisregionen wie Osteuropa, Lateinamerika und Indien angeboten werden. "Wir sind überzeugt, dass nur IBM weiß, wie man diese Dinge angeht, und das unterscheidet uns von der Konkurrenz", wirbt Moffat. (tc)