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28.08.2006 - 

Kolumne

IBM entdeckt die Software neu

Stand IBM in der Ära Louis Gerstner für Services (E-Business), so hat der IT-Riese unter Samuel Palmisano die Software wiederentdeckt. Notgedrungen. Im letzten Geschäftsjahr wuchs die Servicesparte nur noch um zwei Prozent, 2006 gab es bislang ein Umsatzminus von knapp einem Prozent.

Auch im Hardware-Business hängt die blaue Flagge auf Halbmast. Seine PC-Sparte hat Big Blue bereits abgestoßen, im Server-Segment sorgt der Trend zu billigen Intel- und AMD-Modellen dafür, dass die Rechner austauschbar und die Gewinnmargen kleiner werden.

Das Wachstumsdefizit soll nun die Softwareeinheit kompensieren. Allein im August kaufte Big Blue viermal zu - für insgesamt mehr als 3,6 Milliarden Dollar. Mit dem kleinen Anbieter Webify erwarb IBM branchenspezifische SOA-Lösungen und Services. Es folgte der Kauf von MRO Software, einem führenden Anbieter von Lösungen für Asset- und Service-Management. Filenet stärkt das Portfolio im Bereich Dokumenten-Management und Internet Security Systems das Software- und Serviceangebot im Sicherheitsumfeld.

Diese Übernahmen sind die letzten Glieder in einer langen Kette größerer und kleinerer Zukäufe. IBM wächst in diesem Markt solide und erwirtschaftet Gewinnmargen wie in keinem anderen Segment. In diesem Jahr, so schätzen Marktforscher, wird Software 20 Prozent der IBM-Einnahmen ausmachen, aber bereits 37 Prozent des Konzerngewinns beisteuern. Die Service-Unit hingegen steht für mehr als die Hälfte des Umsatzes, aber lediglich für rund 35 Prozent des Profits - und ein Gutteil davon kommt nur zustande, weil das Softwaregeschäft Serviceaufträge nach sich zieht.

Es ist das Verdienst Palmisanos, die Bedeutung der Software für IBM wiederentdeckt zu haben. Er nutzt die gewaltige Vertriebsmaschinerie mit mehr als zehntausend Softwareverkäufern und das Händlernetz dazu, innovative Lösungen, die er im Markt "gefunden" hat, im großen Stil zu vermarkten. Die meisten Produkte verkaufen sich unter IBM-Regie deutlich besser als zuvor.

Allerdings ist das Risiko nicht ohne. IBM hat sich mal wieder einen gewaltigen Gemischtwarenladen zugelegt. Daher bedarf es aufwändiger Integrationsarbeiten. Außerdem ist für jedes Produkt der Lebenszyklus so zu verwalten, dass sich das Engagement am Ende auszahlt. Und schließlich gilt es, sich in den wichtigen Teilmärkten nicht von der Konkurrenz die Butter vom Brot nehmen zu lassen. In den Kernbereichen Applikationen, Betriebssysteme und Datenbanken geben SAP, Microsoft und Oracle den Ton an - nicht IBM. Man darf gespannt sein, ob Palmisano auch darauf eine Antwort findet.