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04.05.2001 - 

Milliardenschweres Projekt Eliza gestartet

IBM entwickelt Selbstheilungskräfte für Server

MÜNCHEN (CW) - IBMs Server-Chef William Zeitler will in den kommenden Jahren ein Viertel seines Forschungsbudgets in das Projekt Eliza stecken, das der Entwicklung von Mechanismen und Techniken dient, die vernetzten Servern Selbstheilungskräfte verleihen sollen.

Big Blue hat mit Eliza ein Großprojekt gestartet, an dem fünf Forschungslabors, darunter auch das in Böblingen, beteiligt sein werden. Unter der Federführung von Greg Burke, der an Vice President Irving Wladawsky-Berger berichten wird, sollen IBMs beste Wissenschaftler daran arbeiten, dass sich zukünftig die hauseigenen Server inklusive Betriebssysteme weitgehend selbständig verwalten, rekonfigurieren und auftretende Fehler eigenständig beheben.

Das Szenario spielt sich vor dem Hintergrund ab, dass der Wirtschaft in fünf Jahren eine Million IT-Administratoren fehlen werden, während zugleich die Anforderungen steigen: Server-Chef Zeitler malte das Schreckgespenst von Billionen Transaktionen und Sessions aller Art an die Wand, die Hunderte Millionen User mit den unterschiedlichsten Geräten über die verschiedensten Netze ausführen werden.

IBM nannte zwar keine Zeit- oder Budgetpläne für das Projekt, gab aber immerhin Zielvorstellungen bekannt. Danach sollen intelligente Systeme entwickelt werden, die bei einem auftretenden Fehler automatisch redundant eingebaute Komponenten aktivieren. Systemeigene Abwehrkräfte, bestehend aus hochempfindlichen Sicherheitstechniken, sollen die Server vor Angriffen schützen. Schließlich sollen sie sich selbst konfigurieren, etwa durch die automatische Installation von Betriebssystem und Daten, und so auf die sich verändernden Anforderungen durch E-Business und das Internet reagieren. Optimal wäre es, wenn möglichst jede menschliche Interaktion mit Business-Computern überflüssig würde: "Globale Computernetze sollen so einfach zu verwalten sein wie heutzutage Küchengeräte."

IBM muss die Entwicklung nicht von Grund auf starten, einige Teilprojekte lassen sich einbinden. Dazu gehört "Project Oceano", bei dem Linux-Cluster dazu befähigt werden, neue Server in die gemeinsame Arbeit zu integrieren oder sie daraus zu entlassen. Außerdem soll die Linux-Farm Betriebssysteme und gespeicherte Daten ohne menschliche Intervention installieren.

Als ein weiteres Teilprojekt wird "Blue Gene" in Eliza eingehen. Unter dieser Bezeichnung entwickelt IBM einen Supercomputer für die Biochemie. Mit ihm soll untersucht werden, wie Gene es schaffen, Einzelmoleküle zu gigantischen biochemischen Proteinen zusammenzuschließen. Blue Gene wird aus so vielen Einzelprozessoren bestehen, dass der Computer selbst die Koordination der CPUs übernehmen muss.

Eliza wirft allerdings die Frage auf, wie Big Blue es bewerkstelligen wird, die zukünftigen Mechanismen zu entwickeln. Wahrscheinlich werden in die Bemühungen auch die Betriebssysteme einbezogen werden müssen. Aber Windows, Linux oder Unix-Derivate außer AIX werden zwar von der IBM-Kundschaft genutzt, gehören der IBM jedoch nicht. Einige Selbstheilungskräfte dürften deshalb nicht für alle Plattformen entwickelt werden können.