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17.10.1997 - 

Mainframe als Herzstück fürs Internet-Geschäft

IBM erwartet Milliardengeschäft mit E-Commerce-Lösungen

Ganz dem Electronic Commerce scheint sich die IBM verschrieben zu haben. Tatsächlich aber handelt es sich bei den Angeboten nicht um bahnbrechende Neuerungen, sondern meistens um ein Produkt-Bundling in Verbindung mit einer neuen Preisstruktur im S/390- und AS/400-Segment. Ein Beispiel dafür ist das "IBM S/390 Application Starterpak". Ein "kleiner" Großrechner wird auf Kundenwunsch mit einer vorinstallierten Software ausgeliefert. Dabei besteht die Auswahl unter anderem aus einem Web-Server, "Lotus Domino", der Electronic-Commerce-Anwendung "Netcommerce" sowie SAP R/3.

E-Commerce für Einsteiger

Konzipiert ist dieses System laut IBM für Unternehmen, die mit Electronic Commerce beginnen wollen, dabei aber nicht bereit sind, auf bestehenden Host-Systemen zu experimentieren. Ende Oktober sollen diese Rechner lieferbar sein. Zu den wirklichen Internet-Features der S/390-Reihe zählt der Krypto-Koprozessor, der laut Herstellerangaben 100 digitale Unterschriften pro Sekunde verarbeitet.

Interne Benchmarks bei IBM ergaben, daß ein Web-Server auf einem Mainframe bis zu 100000 Internet-Benutzer bedienen kann. Dies ist möglich durch die Parallel-Sysplex-Technik, bei der zwei oder mehr S/390-Systeme ein Cluster bilden und so die Last unter sich aufteilen. Dabei unterstützt dieses Verfahren alle Unix-basierten Anwendungen, die unter OS/390 laufen, beispielsweise "Domino Go Web Server" sowie Domino.

Außerdem wurde der TCP/IP-Stack des Betriebssystems so optimiert, daß er nach Herstellerangaben um den Faktor vier schneller arbeitet als zuvor. Ende dieses Jahres soll zudem die angekündigte Firewall-Software für das Betriebssystem OS/390 zur Verfügung stehen.

Auch AS/400-Anwender sollen in den Genuß des Electronic Commerce kommen. In die AS/400e-Serie sind auf einer Prozessorkarte Firewalls integriert. Zusätzlich stattet der Hersteller diese Systeme mit Acht- und Zwölf-Wege-Prozessoren aus, womit die Verarbeitung gesteigert wird.

Bei der Java-Unterstützung beschränkt sich IBM vornehmlich auf Ankündigungen. Im ersten Quartal 1998 können Kunden das Java Development Kit 1.1 und eine Portierung der Java Virtual Machine erwerben. Letztere erlaubt, Java-Anwendungen auf der AS/400-Hardware ablaufen zu lassen. Ebenfalls für den gleichen Zeitraum wurde das objektorientierte Framework "San Francisco" in Aussicht gestellt. Auf Basis dieser Umgebung lassen sich wiederverwendbare Java-Anwendungen entwickeln.

Außerdem ist ein Java-Client geplant, mit dem Web-Anwender auf AS/400-Daten, -Befehle und -Programme zugreifen können.

Fraglich ist, ob Firmen, die noch nicht jahrelang bei Big Blue kaufen, als Neukunden zu gewinnen sind, meint Vernon Keenan, Senior Analyst bei Zona Re- search. Genug Umsatzvolumen scheint dieser Markt jedenfalls zu versprechen: Interne Studien bei IBM haben ergeben, daß im Jahr 2000 etwa 380 Milliarden Dollar weltweit an Hard- und Software sowie Dienstleistungen im Bereich Electronic Commerce investiert werden.