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25.04.2006

IBM erzielt höheren Quartalsgewinn

Trotz stagnierender Umsätze wächst der Nettogewinn im ersten Finanzquartal 2006 um 21 Prozent gegenüber dem Vorjahr.

Für das erste Quartal 2006 meldete IBM einen Nettoertrag von 1,7 Milliarden Dollar, 21 Prozent mehr als im Vorjahreszeitraum. Der Gewinn pro Aktie wuchs um 27 Prozent auf 1,08 Dollar und übertraf damit die Erwartungen von Finanzanalysten. Mit 20,7 Milliarden Dollar lag der Konzernumsatz um zehn Prozent unter dem Vorjahreswert; ohne Berücksichtigung der Anfang 2005 an die chinesische Lenovo verkauften PC-Sparte blieben die Einnahmen auf gleichem Niveau.

IBM

Q1/05 Q1/06

Umsatz 22,9* 20,7

Nettogewinn 1,4 1,7

*inklusive PC-Geschäft

Angaben in Milliarden Dollar,

Quelle: IBM

IBMs Software Group steigerte den Umsatz um zwei Prozent auf 3,9 Milliarden Dollar. Vor allem das Middleware-Geschäft, das der Hersteller in seiner "Websphere"-Produktfamilie zusammenfasst, entwickelte sich mit einem Wachstum von 26 Prozent überdurchschnittlich. Finanzchef Mark Loughridge führte das Ergebnis auf ein gestiegenes Kundeninteresse an Service-orientierten Architekturen (SOA) zurück.

Weniger erfreulich entwickelte sich IBMs Dienstleistungssparte Global Services (IGS), die mehr als die Hälfte der Konzerneinnahmen beisteuert. Mit einem Umsatz von 11,6 Prozent blieb sie ein Prozent unter dem Vorjahreswert. In einer Telefonkonferenz versuchte Loughridge, die mäßigen Zahlen zu relativieren. So sei es IGS gelungen, die Bruttogewinnmarge von 24,3 Prozent auf 26,6 Prozent zu erhöhen. Im abgelaufenen Quartal habe IBM Serviceverträge im Wert von 11,4 Milliarden Dollar abgeschlossen, gegenüber zehn Milliarden im Vergleichsquartal.

Einbruch bei Mainframes und Midrange-Servern

Für das Hardwaregeschäft weist der Konzern einen um drei Prozent gestiegenen Umsatz in Höhe von 4,4 Milliarden Dollar aus. Bei genauerem Hinsehen verlief das Quartal für die Sparte aber durchwachsen: IBMs Microelectronics Division, die vor allem Power-PC-Chips für Spielekonsolen und Embedded-Systeme vermarktet, trug mit einer Umsatzsteigerung um 37 Prozent einen Großteil zum Ergebnis bei. Positiv entwickelten sich auch die Verkäufe von Speichersystemen und die der Intel-basierenden "X-Series"-Server.

Die übrigen Server-Linien verkauften sich hingegen weniger gut als im ersten Quartal 2005. So gingen die Einnahmen aus dem lukrativen Mainframe-Geschäft ("Z-Series") um sechs Prozent zurück. Auch die Midrange-Systeme der "i5"-Familie sowie die Unix-Server ("P-Series") brachten weniger Umsatz.

Dass der Quartalsgewinn unterm Strich dennoch zulegte, ist auch auf die umfassenden Restrukturierungsmaßnahmen zurückzuführen, die IBM im vergangenen Jahr eingeleitet hat. Mit dem Abbau von rund 14 600 Arbeitsplätzen, die meisten davon in Westeuropa, drückte das Management die Personalkosten. Zahlreiche Backoffice-Funktionen der Europa-Zentrale wurden nach Indien verlagert.

Zum Geschäftsverlauf im zweiten Quartal 2006 machte Finanzchef Loughridge keine Angaben. Er gehe davon aus, dass IBM die Erwartungen der Wallstreet für das gesamte Geschäftsjahr erfüllen werde. Von Thomson Financial befragte Analysten rechnen mit einem Gewinn pro Aktie von 5,81 Dollar und einem Jahresumsatz von 90,6 Milliarden Dollar. (wh)