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IBM: Etwas mehr als die Hälfte des 87er Kurses

16.02.1990

1987 wurden an deutschen Börsen in der Spitze 327 Mark für eine Aktie der IBM bezahlt. Der Tiefstkurs der vergangenen zwölf Monate lag bei 160 Mark, also bei weniger als der Hälfte des 87er Kurses. Aktuelle Notiz: 170 Mark beziehungsweise 102 US-Dollar in New York. Ursache für die Halbierung der Notiz ist neben dem Kursrückgang des US-Dollars der Einbruch des Aktienkurses von gut 180 auf zeitweise unter 100 Dollar an der Heimatbörse in Wall Street.

Fundamental hat sich die Situation des Unternehmens seit 1987 nicht verändert. Der Gewinn je IBM-Aktie kletterte von 8,72 Dollar (1987) auf 9,05 Dollar (1989). Die Schätzungen für 1990 liegen bei zirka 10 Dollar. Der Buchwert des Unternehmens erhöhte sich um 20 Prozent und auch der Cash-Flow je Aktie konnte um zehn Prozent gesteigert werden. Was sich verändert hat, ist die Einschätzung der Marktstellung und die Erwartung der Entwicklung des Unternehmens durch die Investoren, insbesondere durch institutionelle Anleger. Nur so ist es zu erklären, daß sich der Kurs der Qualitätsaktie IBM während der zurückliegenden 21/4 Jahre nicht nachhaltig vom Crash-Tief des Oktobers 1987 lösen konnte. Der

Gewinneinbruch 1986 und die Gewinnenttäuschung 1989 haben Aktionärsvertrauen gekostet. Die Aura des Marktführers ist verblaßt.

Im Vergleich zur IBM-Aktie hat der Dow-Jones-Aktiendurchschnitt seit 1987 nicht nur den Crash-Verlust wieder aufgeholt, sondern zwischenzeitlich ein neues Hoch erreicht. IBM hat reagiert. Ein umfangreiches Programm zur Kostensenkung und Maßnahmen zur Verbesserung der Marktstellung wurden eingeleitet. Die Gewinnschätzungen für IBM sind deshalb nach oben gerichtet.

Hinzu kommt, daß der deutsche Kapitalanleger den Dollar, den er bei IBM automatisch mitkauft, in der Nähe seiner Tiefstkurse einsammeln kann. Vor dem Hintergrund der Konsolidierung der US-Verschuldungssituation ergibt sich eine doppelte Chance, denn auch der US-Dollar wird aller Voraussicht nach "tief" eingekauft.

Bei IBM handelt es sich um einen Qualitätstitel. Dennoch: Die Unsicherheit, sowohl was die zukünftige US-Konjunkturentwicklung als auch die Dollarentwicklung anbelangt, wird weiter anhalten. Die Frage, wie tief das Dollartief sein wird, hat der Markt noch nicht beantwortet. Langfristig ist das derzeitige Dollarniveau ein Tief. Kurzfristig sind überraschende Entwicklungen denkbar. Ein IBM-Engagement sollten deshalb langfristige Anleger eingehen.

*Arnd Wolpers ist Geschäftsführer der Vermögensgesellschaft CMW GmbH in München