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10.11.2000 - 

Neue Herausforderungen an DB-Techniken

IBM folgt Oracle dicht auf den Fersen

MÜNCHEN (IDG) - Datenbanken lassen sich keineswegs zum Commodity-Produkt erklären. Mit E-Commerce verändern sich die Anforderungen an die Informations-Pools, wobei sich der Wettstreit um die bessere Technik derzeit auf Oracle und IBM konzentriert.

Zumindest größere Anwenderunternehmen überprüfen derzeit kritisch, ob sich die eingesetzten Datenbanken für neue Applikationen wie E-Commerce, Content-Management und Business Intelligence eignen. Eine jüngst von AMR Research vorgenommene Blitzumfrage hat ergeben, dass die Hälfte der Unternehmen Datenbanken als einen der wichtigsten Investitionsbereiche in den Jahren 2001 und 2002 einstufen. Auch die Marktforscher von Dataquest sind der Meinung, dass sich der Umsatz mit Datenbanken keineswegs abschwächt und im Jahr 2004 aller Voraussicht nach 12,7 Milliarden Dollar erreichen wird.

Der Grund dafür liegt laut IDC-Analyst Carl Olofson auf der Hand: "Anwender verlagern Funktionen im Rahmen von E-Business in das Internet und erwarten natürlich, dass ihnen die eingesetzten Produkte jederzeit den Online-Zugriff auf die Daten gewährleisten."

Entsprechend richten sich die Datenbanker aus und bemühen sich, ihre Produkte als Infrastruktur für E-Business zu positionieren. Dabei konzentriert sich das DB-Lager im Wesentlichen auf eine Handvoll Hersteller. Nachdem allerdings Sybase und Informix in der Vergangenheit ohnehin Marktanteile abgeben mussten und Microsofts "SQL Server" noch nicht das technische Niveau des Highend-Segments erreicht hat, reduziert sich der Machtkampf derzeit auf die zwei Kontrahenten IBM und Oracle.

Vor allem Oracle-CEO Larry Ellison, der eine Führungsposition am Datenbankmarkt zu verteidigen hat, spart dabei nicht mit Säbelrasseln. Erst jüngst behauptete er, dass die kürzlich vorgestellte Kombination von 9i-Application-Server und 8i-Datenbank die Performance von Websites im Vergleich zu IBMs DB2-Plattform um das Dreifache erhöhe. Ellison versprach jedem eine Million Dollar, der ihm das Gegenteil beweise. Außerdem nutzte der geschickte Marketier in diesem Jahr mehrfach die Gelegenheit, IBM vorzuwerfen, der Konzern habe aufgrund seines serviceorientierten Kurses Versäumnisse bei technischen Innovationen in Kauf nehmen müssen.

Unerwartet deutlich fällt nun die Reaktion IBMs aus, hatte sich der Konzern doch bislang vornehm aus dem Marketing-Schlagabtausch herausgehalten. "Wir werden keinen Zentimeter Boden aufgeben und Ellison die nächsten Jahre zur Hölle machen", reagiert Steve Mills, IBMs Senior Vice-President und Softwarechef in Somers, New York. Nachdem Big Blue einen erheblichen Teil der Konzernumsätze in die Entwicklung der Datenbankprodukte investiert hat und nicht zuletzt deshalb besonders mit der Universal-Database-Linie von DB2 einige Erfolge vorweisen kann, wird nun ein weiteres Argument ins Feld geführt. Das Daten-Management, ein im Jahr 2003 immerhin zehn Milliarden Dollar umfassender Markt, werde sich komplett in Richtung Content-Management verändern. Hierauf sei IBM wie kein anderer vorbereitet.

Das DuellIBM knabbert an der Führungsrolle Oracles im Datenbankmarkt. Laut Dataquest hatte Oracle 1999 bezogen auf den reinen Lizenzverkauf einen Marktanteil von 30,7 Prozent, dicht gefolgt von IBM mit 29,9 Prozent. Auf dem dritten Platz rangierte Microsoft mit 13,1 Prozent. Rechnet man wie IDC die Wartungsverträge in das Produktgeschäft mit ein, vergrößert sich der Abstand allerdings deutlich. Oracle kontrolliert dann 39 Prozent des Datenbanksegments, IBM nur 22 Prozent.