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27.04.2001 - 

IT-Konzerne in der Konjunkturflaute

IBM glänzt, Sun muss Federn lassen

MÜNCHEN (CW) - Mit IBM und Sun haben vergangene Woche zwei IT-Schwergewichte ihre Geschäftszahlen präsentiert. Während Big Blues Bilanz glänzte, wird das Sun-Ergebnis von dunklen Wolken überschattet.

Mit einem Plus von 15 Prozent beim Nettogewinn trotzte IBM im ersten Quartal des Geschäftsjahres 2001 dem konjunkturbedingten Abwärtstrend in der IT-Branche. Dabei stieg der Nettoertrag auf 1,75 Milliarden Dollar oder 98 Cent pro Aktie, womit Big Blue den Erwartungen der Finanzwelt entsprach. Im Vorjahresquartal hatte der Gewinn 1,52 Milliarden Dollar oder 83 Cent je Anteilschein betragen.

Den Umsatz steigerten die Armonker nach 19,35 Milliarden Dollar im Berichtszeitraum des Vorjahres um knapp neun Prozent auf 21,04 Milliarden Dollar - das ist mehr, als von der Wallstreet erwartet worden war. Immerhin 40 Prozent der Einnahmen stammten aus dem Servicegeschäft, das um 12,2 Prozent wuchs. Allein in dieser Sparte stieg das Auftragspolster während des ersten Quartals um weitere zehn auf nunmehr 87 Milliarden Dollar an - eine auf absehbare Zeit sichere Umsatzquelle. Im Unternehmensbereich Technology, der Halbleiter und verschiedene Hightech-Komponenten fertigt, wuchs der Umsatz um üppige 49,2 Prozent.

Die Division Enterprise Hardware legte - getrieben durch die neuen Z-Server-Mainframes mit einem Plus von 40 Prozent - um insgesamt elf Prozent zu. Bei den Unix-basierten "P-Servern" (vormals RS/6000) ging es um 33 Prozent aufwärts. Lediglich die "I-Server" (AS/400) verzeichneten rückläufige Einnahmen, was von IBM damit begründet wurde, dass die Kunden auf neue Modelle warten, die im Laufe des Jahres auf den Markt kommen sollen. Sorgenkind des Konzerns ist allerdings wieder einmal die PC-Division, die trotz eines Umsatzwachstums von sieben Prozent nach zwei profitablen Quartalen einen Fehlbetrag von 58 Millionen Dollar ausweisen musste. Ein Grund dafür ist die Umstrukturierung innerhalb des Konzerns, bei der die Intel-basierten X-Server Mitte Februar aus der Personal Systems Group in eine andere Division verlagert wurden.

IBM-Chef Louis Gerstner erklärte ungewohnt aggressiv, das Unternehmen werde in diesem Jahr "die meisten Konkurrenten" hinter sich lassen, "egal welche Märkte sich noch auftun". Der Verlust im PC-Business allerdings schmerze, und auch IBM sei nicht immun gegen das nachlassende Interesse der Konsumenten, so der Chairman und CEO. Finanzchef John Joyce zeigte sich jedoch zuversichtlich, dass IBM die Erwartungen der Wallstreet im Kalenderjahr 2001 erfüllen wird. Die Analysten rechnen laut First Call/Thomson im Durchschnitt mit einem Jahresgewinn von 4,87 Dollar pro Aktie, was eine Steigerung um 9,7 Prozent gegenüber dem Vorjahresprofit von 4,44 Dollar je Anteilschein bedeuten würde.

Längst nicht so rosig stellt sich hingegen die Situation bei Sun Microsystems dar. Zwar stiegen auch hier die Aktien nach Bekanntgabe des Ergebnisses im nachbörslichen Handel leicht an, dies war jedoch eher eine Folge der positiven Entwicklung des US-Kapitalmarktes in der vergangenen Woche. An den finanziellen Kennzahlen von Sun kann es nicht gelegen haben, denn diese fielen schlechter als beim Rivalen aus Armonk aus.

Suns US-Geschäfte laufen schlechtSo musste Sun im dritten Quartal seines Geschäftsjahres beim Gewinn, Umsatz und Bestelleingang kräftig Federn lassen. In der Bilanz wies das Unternehmen einen Nettogewinn von 136 Millionen Dollar oder vier Cent pro Aktie aus, das sind 73 Prozent weniger als im Vergleichszeitraum des Vorjahres (509 Millionen Dollar oder 15 Cent je Anteilschein). Abzüglich außergewöhnlicher Belastungen und Zugewinne betrug der operative Gewinn 263 Millionen Dollar oder acht Cent pro Aktie (Vorjahr: 464 Millionen Dollar oder 14 Cent je Anteilschein). Die Analysten der Wallstreet hatten laut First Call/ Thomson mit sieben Cent gerechnet.

Der Umsatz von Sun wuchs nach 4,01 Milliarden Dollar im Berichtszeitraum des Vorjahres um 2,2 Prozent auf 4,1 Milliarden Dollar. Für die geringe Zunahme ist vor allem ein Geschäftseinbruch um 15 Prozent in den USA verantwortlich, in Europa und Japan konnte die McNealy-Company um 16 beziehungsweise 21 Prozent zulegen. Gleichzeitig meldete das Unternehmen einen Bestelleingang von minus elf Prozent. In den sieben vorhergehenden Quartalen hatte man im Schnitt jeweils um 37 Prozent vollere Auftragsbücher verzeichnet. "Ich schätze, wenn man der Dot in Dotcom ist, ist man gerade zur falschen Zeit am falschen Ort", beurteilte Don Young, Analyst bei UBS Paine Webber, die Zahlen von Sun.

CEO Scott McNealy sah hingegen sein Unternehmen gut aufgestellt, um die US-Konjunkturflaute schnellstmöglich abzuschütteln. Er widersprach Spekulationen, Microsoft gewinne mit Windows 2000 zunehmend an Boden gegenüber Suns Servern.