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26.03.1993 - 

Technische Realisierung bevorzugt noch den Mainframe

IBM hat die Realitaet heterogener Client-Server-Systeme akzeptiert

Wie berichtet (siehe CW Nr. 12 vom 19. Maerz 1993, Seite 2), will die IBM ihr Produktangebot bie den Datenbank-Management-Systemen komplettieren, indem sie eine AIX-basierte Ausfuehrung des urspruenglich fuer OS/2 konzipierten Data Managers zur Verfuegung stellt. "DB2/6000" wird voraussichtlich im Juli dieses Jahres erstmals an eine begrenzte Anzahl von Kunden ausgeliefert - zu mittleren Lizenzgebuehren von 60 000 bis 70 000 Mark. Mit einer generellen Marktfreigabe ist etwa drei Monate spaeter zu rechnen.

Laut Peter Kirn, Leiter Software und Architekturen in der Stuttgarter IBM-Zentrale, zielt das Produkt vorrangig auf diejenigen Kunden, die "dieselbe Datenbankfamilie auf allen Plattformen" einsetzen wollen. Den Wettbewerb mit Oracle, Informix, Sybase und Informix sucht die IBM vorerst nicht - zumal sie mit den drei Erstgenannten nach wie vor Entwicklungspartnerschaften unterhaelt.

Zudem ermoeglicht Big Blue mit der Distributed Relational Database Architecture (DRDAnicht nur die Verbindung unterschiedlicher IBM- Systeme. Vielmehr macht der DV-Riese damit auch anderen Anbietern das Angebot, ihre Produkte an die Datenbanksysteme der IBM anzubinden.

Microsoft fehlt auf der Liste

Bis zum Ende des vergangenen Jahres hatten 20 Mitbewerber - neben den oben aufgefuehrten auch Borland, Gupta, Cincom und Novell - ihre Absicht erklaert, die DRDA-Schnittstelle zu unterstuetzen. Signifikanterweise fehlt Microsoft auf dieser Liste.

Unter der Bezeichnung "DRDA - Distributed Unit of Work" stellte die IBM jetzt eine zweite Ausbaustufe ihrer Datenbankarchitektur vor. Damit sei, so die offizielle Ankuendigung, der gleichzeitige SQL-Zugriff auf mehrere Datenbanken moeglich. Ein Zweiphasen-Commit soll dabei die Konsistenz gewaehrleisten. Realisiert ist dieses Multisite-Update vorerst allerdings nur auf der Ebene der IBM- Mainframes - in der neuen Version 3.0 von DB2/MVS. Mitbewerber wie Oracle und Ingres bieten diese Funktionalitaet laengst auch auf der Workstation-Ebene an. Wann die IBM das Zweiphasen-Commit fuer ihre Client-Server-Datenbanken offerieren wird, steht noch in den Sternen. Jedenfalls wollte Kirn sich nicht auf eine Terminzusage festlegen lassen.

Nach Ansicht von Branchenbeobachtern hat IBM sich mit dieser Ankuendigung moeglicherweise einen Baerendienst erwiesen. Dadurch, dass die IBM den juengsten Stand der Technik zunaechst nur fuer MVS- basierte Datenbanken anbiete, so die Befuerchtungen der Analysten, stellt sie ihr Commitment zu Client-Server-Systemen selbst in Frage.

Dazu Richard Finkelstein, Praesident des auf Datenbanken spezialisierten Beratungunternehmens Computing Inc., gegenueber der CW-Schwesterpublikation "Network World": "Etwas, das die IBM derzeit ueberhaupt nicht brauchen kann, ist der Ruf, sie versuche immer noch, die Anwender auf dem Mainframe zu halten."