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Magnuson liefert Billig-Alternative zur Serie 370:


02.06.1978 - 

IBM Herausforderung im Amdahl-Stil

SANTA CLARA/KALIFORNIEN - Jahrelang hatten sich die PCMs (Plug Compatible Manufacturers) darauf beschränkt, IBM-kompatible Speichermodule und Peripheriegeräte zu entwickeln. Offenbar ermuntert durch die Erfolge der Amdahl Corp., die bekanntlich "ganze" Zentraleinheiten als "IBM-Ersatz" anbietet, versuchen nun einige Newcomer, mit Billig-Alternativen zur IBM-Mittelklasse ins Geschäft zu kommen. Jüngster Herausforderer des Marktleaders: die Magnuson Systems Corp. (CW-Nr. 22 vom 26. Mai 1978).

Unter der Serien-Bezeichnung M80 offeriert Magnuson Systems die beider! Modelle 3 und 4 - je nach Anwendung zwischen 20 und 100 Prozent leistungsstärker als ihre IBM-Pendants 370i'138 und 370/148, wie ein Magnuson-Sprecher erklärte.

"Verantwortlich" für diese Überlegenheit - so heißt es weiter - sei das (...)derne Architektur-Konzept der neuen Maschinen: Ein 32 Bit breiter Bus verbindet die vier wichtigsten System-Elemente (Prozessor, Hauptspeicher, Konsole und Kanäle), wozu nach Magnuson-Angaben nur ein geringer Verdrahtungs-Aufwand erforderlich ist (Grafik). Das Bus-Konzept schafft die Voraussetzung, das System durch Hinzufügen oder Austauschen von Prozessor-, Speicher- und Konsol-Karten nahezu beliebig erweitern zu können. Dies wird von Magnuson als "strategische Architektur" bezeichnet.

Eine M80-Minimal-Konfiguration umfaßt beispielsweise die Logik für das Rechenwerk 128 KB Hauptspeicher und einen

IBM-kompatiblen Kanal - alles auf 27 gedruckten Steckkarten (printed circuit boards). Diese Konfiguration kann im Feld auf 4 MB und neun Kanäle ausgebaut werden - wobei sich die Kartenzahl nicht ändert: Die einzelnen Module werden einfach durch leistungsstärkere ersetzt. Mit zusätzlichen Steckkarten ist der Ausbau bis zu 16 MB Hauptspeicher, acht Konsolen und 16 Kanälen möglich.

"Strukturelle Modularität" - so die Magnuson-Werbung - erlaubt überdies, auch zukünftige Hardware- und Software-Technologien zu adaptieren: Sollte IBM etwa seine Betriebssystem-Standards so ändern, daß Hauptspeicher-Kapazitäten von mehr als 16 MB gebildet werden können, dann besteht bei der M80 die Möglichkeit, bis zu vier Gigabytes über den System-Bus anzuschließen.

Darüber hinaus akzeptieren die Magnuson-Zentraleinheiten intelligente Controller, die mit neuen Speicher-Medien wie "Charge-Coupled Devices" (CCD) oder Bubble Memories arbeiten.

Jedes Mitglied der neuen Magnuson-Serie unterstützt sämtliche IBM-Betriebssysteme, kann aber auch die Mainframes von Burroughs, Honeywell Information Systems (HIS), Univac sowie anderer "Nicht-IBM-Anbieter" per Emulation nachbilden Schließlich erlaubt die Bus-Struktur den Einsatz sogenannter "Failsoft"-Hardware, die den Ausfall der CPU verhindern soll, wenn Fehler in einzelnen Systemkomponenten auftreten.

Eines dieser Features ist eine "Dreifach-Abstimm-Vorrichtung", mit der die Prozessor-Karten Systemfehler dadurch diagnostizieren, daß sie ihre eigenen Rechenergebnisse miteinander vergleichen.

Eine "Memory Error-Correction"- Einrichtung zur automatischen Korrektur von 1-Bit- und 2-Bit-Fehlern sowie zur Erkennung von Mehr-Bit-Fehlern ist in einem 1 K-RAM (Random Access Memory) untergebracht. Das System verfügt zudem über Firmware in der Größe von 8 KB - erforderlich, um Software-Transparenz zwischen den M80-Modellen herzustellen.

Der M80-Prozessor schaltet im 100-Nanosekunden-Zyklus bei einer Hauptspeicher-Zugriffszeit von 250 Nanosekunden .

Eine typische Modell3-Konfiguration mit Rechenwerk, 512 KB Hauptspeicher und drei Kanälen kostet rund 200 000 Dollar. Der Kaufpreis eines Modells 4 mit 1 MB und fünf Kanälen liegt unter 400 000 Mark.

Hier die Magnuson-Anschrift: 2500 Augustine Drive, Santa Clara/California, 95051.