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24.04.1998 - 

Kolumne

"IBM: Internet als Leitmotiv"

Als er 1993 den Laden von John Akers übernahm, wollte er nichts von einer Vision hören.Louis Gerstner gab lediglich bekannt, daß er die IBM nicht in ihre Einzelteile zerlegen werde, wie es sein Vorgänger noch vorgehabt hatte. Vielmehr sollte der Konzern von seiner Größe und der Vielzahl der Produkte profitieren.

Es dauerte bis 1995, bevor Gerstner auf der Comdex in Las Vegas versuchte, mit dem Wort vom "Network Centric Computing" ein neues IT-Paradigma auszurufen. Allerdings reichte dieses Postulat nicht aus, um die IBM wieder als zentrale Macht der IT-Branche zu etablieren.

Erst heute, über fünf Jahre nach Akers, hat Big Blue sein Leitthema konkretisiert.Der Hersteller versteht sich nicht mehr nur als Anbieter unternehmensweiter Lösungen, vielmehr werden die einzelnen Produktkategorien vom Mainframe über Betriebssysteme, Server, System-Management und Group- ware zu kundenspezifischen Angeboten gebündelt und als integrierte E-Business-Lösungen vermarktet.Seit mehr als zwei Jahren treibt Gerstner das Unternehmen in diese Richtung, aber erst mit der konsequenten Internet-Ausrichtung zum Beispiel der Groupware-Tochter Lotus und den neuen Domino-Servern wurde das Bild klarer.Ganz offensichtlich ist die neue Linie der IBM in den vergangenen Wochen geworden: So entwickeln die Armonker zusammen mit Sun ein Java-basiertes Betriebssystem und präsentieren selbst ihre Ankündigungen im PC- und PC-Server-Bereich unter dem Leitthema Internet.

Mit diesem Programm scheint Big Blue den Erzrivalen HP und Compaq (mit Tandem und Digital) einen Schritt voraus zu sein.HP gefällt sich noch in der Rolle des Lösungsanbieters.Compaq ist erst dabei, die auch kulturell sehr unterschiedlichen Unternehmensteile Tandem und Digital zu integrieren.Beide agieren teilweise von Microsofts Gnaden.

Dennoch ist der Weg der IBM riskant.Schließlich ist der Konzern davon abhängig, ob sich die verschiedenen Ausprägungen von E-Business durchsetzen.Da sich die IBM nicht mehr zu alter Macht aufschwingen dürfte, ist der Markt auch nicht mehr so stark wie früher auf sie angewiesen und kann nicht durch Angst, Unsicherheit und Zweifel bei der Stange gehalten werden.Heute muß sie ihre Klientel überzeugen und darf es sich nicht leisten, aufs falsche Pferd zu setzen.