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07.06.2002 - 

Trends im Application-Server-Markt

IBM ist Bea dicht auf den Fersen

MÜNCHEN (CW) - Auch die Anbieter von Applikationsserver-Software spüren die IT-Investitionsflaute. Der weltweite Markt ist im Jahr 2001 deutlich langsamer gewachsen als im Vorjahr. Nennenswerte Anteile konnte nur IBM hinzugewinnen. Damit ist der Branchenzweite dem Marktführer Bea Systems dicht auf die Fersen gerückt.

Mit einem Umsatzvolumen von 1,18 Milliarden Dollar wurden laut Gartner Dataquest im vergangenen Jahr zwar 20 Prozent mehr Neulizenzen für Applikationsserver auf Basis von J2EE ( Java 2 Enterprise Edition) verkauft als ein Jahr zuvor. Im Vergleich zum Boomjahr 2000, in dem die Branche noch ein Plus von 92 Prozent gegenüber dem Vorjahr verzeichnete, hat sich das Wachstum jedoch deutlich abgeschwächt.

Auch in den kommenden Jahren rechnet Gartner nur noch mit jährlichen Steigerungsraten von 22 Prozent, womit der weltweite Markt bis 2006 auf knapp 3,2 Milliarden Dollar zunehmen soll. Die Analysten von IDC geben sich optimistischer. Sie bestätigen zwar, dass das "phänomenale Wachstum der vorherigen zwei Jahre" 2001 ausgeblieben ist. Mit der erwarteten Konjunkturbelebung werde der Markt jedoch wieder kräftig anziehen und bis 2006 auf fast 4,4 Milliarden Dollar zulegen, so ihre Prognose.

Bea Systems und IBM teilen den Großteil des Kuchens unter sich auf. Während Bea beim Lizenzgeschäft laut Gartner jedoch nur um 23 Prozent zulegte und damit seinen Marktanteil lediglich von 33 auf 34 Prozent ausbaute, konnte IBM im vergangenen Jahr 71 Prozent mehr Neulizenzen absetzen als im Vorjahr und seinen Anteil damit von 22 auf 31 Prozent steigern. "Das war ein wunderbares Jahr für IBM", kommentiert Gartner-Analystin Joanna Correia. In großem Abstand folgen Sun Microsystems mit neun Prozent, der Newcomer Iona mit drei Prozent und Sybase mit einem Prozent Marktanteil.

Nach Berechnungen von IDC, in die nicht nur das Neulizenzgeschäft, sondern auch Wartungsumsätze mit einfließen, kommt Bea auf 24,8 und IBM auf 23 Prozent. Nach Einschätzung von IDC-Analystin Michele Rosen wird Big Blue seinen Erzrivalen noch in diesem Jahr überholen. Die Nummer drei laut IDC ist mit 12,1 Prozent Oracle, gefolgt von Sun mit neun Prozent.

IBMs Geschäft mit Neulizenzen kommt aus der Kundenbasis

IBM profitiert von den gewachsenen Beziehungen zu Kunden aus dem Mainframe- und AS/400-Bereich. Der App-Server "Websphere" bietet nach Ansicht von Experten handfeste Vorteile im Hinblick auf die Integration in die bestehende IT-Landschaft. "Websphere 4 stellte einen enormen Fortschritt gegenüber den vorherigen Versionen dar - durch neue Funktionen, neue Standards und unterschiedliche Varianten - etwa der lukrativen Mainframe-Version", fasst IDC-Frau Rosen zusammen. Zudem verfügt der Konzern über eine starke Vertriebsmannschaft und eine "riesige Kundenbasis, die ihm sein schnell wachsendes Unix- und Windows-Geschäft beschert hat", ergänzt Gartner-Analystin Correia. Und nicht zuletzt mache sich bemerkbar, dass Anwender in Krisenzeiten verstärkt auf etablierte Hersteller setzen: "IBM gilt als sichere Wette - insbesondere wenn das IT-Budget begrenzt ist."

Immer mehr Hersteller gehen dazu über, ihre Applikationsserver mit anderen Anwendungen, Entwickler-Tools und Portal-Software zu bundeln. Der Trend zur so genannten Application-Platform-Suite als Basis für die Entwicklung von Enterprise-Anwendungen wird nach Einschätzung von Correia in diesem Jahr "dramatisch zunehmen". In diesem Sinne ist auch Suns geplante Integration von "Solaris 9" in den "Sun One Application Server" zu verstehen - eine Entscheidung, die in Fachkreisen begrüßt wird. Ein weiterer Trend ist der Gartner-Expertin zufolge die Spaltung des Marktes in Highend-Produkte, die Millionen von Transaktionen pro Minute verarbeiten können, und Lösungen etwa von Hewlett-Packard oder Microsoft, die auch geringeren Ansprüchen von kleineren und mittleren Unternehmen gerecht werden. (sp)

Abb: Der weltweite App-Server-Markt 2001

Kopf-an-Kopf-Rennen zwischen IBM und Bea Systems: Nur noch drei Prozentpunkte trennen die Branchenriesen voneinander. Quelle: Gartner Dataquest