Melden Sie sich hier an, um auf Kommentare und die Whitepaper-Datenbank zugreifen zu können.

Kein Log-In? Dann jetzt kostenlos registrieren.

Falls Sie Ihr Passwort vergessen haben, können Sie es hier per E-Mail anfordern.

Der Zugang zur Reseller Only!-Community ist registrierten Fachhändlern, Systemhäusern und Dienstleistern vorbehalten.

Registrieren Sie sich hier, um Zugang zu diesem Bereich zu beantragen. Die Freigabe Ihres Zugangs erfolgt nach Prüfung Ihrer Anmeldung durch die Redaktion.

13.05.1983 - 

Nixdorf legt hohe Latte für 1983:

IBM-kompatible 8890 jetzt in Österreich

WIEN (eks) - Ab 20. April 1983 ist das Informationsverarbeitungssystem 8890 auch in Österreich für den Vertrieb freigegeben. Nixdorf Österreich steigerte den Umsatz 1982 um 15 Prozent auf 515 Millionen Schilling. Mit knapp 3000 installierten CPUs im Wert von rund 1,3 Milliarden Schilling (bereits altersberichtigt) nimmt Nixdorf derzeit Rang fünf in Österreichs Computerstatistik ein.

Mit der 8890 tritt Nixdorf nun auch in Österreich in den Markt der IBM-kompatiblen Mainframes ein. Nixdorf setzt dabei auf folgende Tendenzen des DOS/VSE-kompatiblen Marktes:

- Das Marktvolumen für Distributed Systems soll sich von 1982 bis 1990 vervierfachen.

- Der Anteil der DOS- beziehungsweise DOS-kompatiblen Betriebssysteme soll von heute 52 Prozent weiter anwachsen.

- Bei Großanwendern besteht die Tendenz zum Aufbau homogener Netzwerke. Damit soll sich in Europa der Wert unterer und mittlerer Mainframes zwischen 1980 und 1985 auf rund 150 Milliarden Schilling verdoppeln.

Als besonderen Vorteil gegenüber der 4300 sieht man bei Nixdorf die vollkompatible Produktlinie von der 8890-10 aufwärts. Die 8890 kann außer mit dem Nixdorf-eigenen Betriebssystem Nidos/VSE auch unter DOS/VS, DOS/VSE, OS/VS1 oder VM/SP betrieben werden. Künftig will Nixdorf auch ein besseres VM bieten. MacQuilgan, der die erste VM-Version für IBM schrieb, arbeitet nun für Nixdorf an einer zweiten verbesserten Version. 8890-Zielgruppe sind einerseits 8870-Aufsteiger und andererseits Anwender von IBM-Systemen, denen Nixdorf "eine wirtschaftliche Alternative" bieten will.

Die Freigabe in Österreich erfolgt verhältnismäßig spät, nämlich drei Jahre nach der Ankündigung, in den IBM-kompatiblen Markt einzusteigen. Das unmittelbar konkurrierende System IBM 4300 scheint bereits am absteigenden Ast des Produktzyklus. In den USA raten Marktanalytiker mittlerweile schon vom Kauf einer 4300 ab. Allerdings kann das Auftreten eines 4300-Nachfolgers auch hilfreich sein, denn damit könnte sich die Nixdorf 8890 als einziges "echtes" DOS-System plazieren. "Ohne IBM könnten wir gar nicht leben", sieht Vorstand Arno Bohn die Lage von Nixdorf im PCM-Markt. Er legt seiner österreichischen Niederlassung auch gleich eine hohe Latte für 1983. Denn im Vorjahr hatte Nixdorf in Deutschland jede vierte IBM-kompatible CPU der Größenklassen 5 bis 8 installiert. Der entsprechende Nettozuwachs in Österreich betrug etwa 50 Systeme, was für heuer ein Nixdorf-Potential von rund 20 Systemen 8890 ergibt. Mit der Freigabe in Österreich wurde auch ein Pilotprojekt bei der Bauzubehörfirma Stadlbauer in Wels abgeschlossen und in den Normalbetrieb übernommen.

Im Vorjahr realisierte Nixdorf eine Reihe von Aufträgen bei Großunternehmen. Die Bundesländerversicherung gab den Auftrag zur Installation eines österreichweiten Netzwerks von 8860-Rechnern, in die zukünftig auch die neuen Postdienste wie Btx und Teletex integriert werden sollen.

Beim POS-Terminal 8812 sieht Nixdorf den Durchbruch geschafft. Großaufträge von Moden-Müller, Quelle und Spar führten nach Firmenangaben bereits zu 1500 verkauften Terminals. Diebold allerdings wußte per 1. 1. nur von 568 Installationen.

Weiterhin gut akzeptiert ist das System 8870, das 1982 meistinstallierter Universalrechner wurde. Die Gemdat, das Rechenzentrum für Gemeindeverwaltung in Niederösterreich, Oberösterreich und Tirol, gab eine Alleinempfehlung.