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12.07.2007

IBM korrigiert Informix-Zahlen

Ein Fehler in der Unternehmenskommunikation ließ die Zahl der Anwender um 80 Prozent schrumpfen – DB2-Zahlen sind allerdings weiterhin unklar.

Es handelte sich wohl um ein Missverständnis. Als der Branchendienst "Computer Business Review" IBM anlässlich der Vorstellung des neuen "Informix Dynamic Server 11" nach der installierten Basis des Datenbanksystems fragte, gab ein Unternehmenssprecher diese mit 20 000 an. Die Angabe führte zur einfachen Rechnung, dass wenn IBM zum Zeitpunkt der Informix-Akquisition im Jahr 2001 etwa 100 000 Informix-Kunden zählte, seither nicht weniger als 80 Prozent dieser Klientel verloren gegangen sind.

Informix-Klientel ist nicht geschrumpft

Nun hat der für Datenservices zuständige IBM-Manager Bernie Spang für Aufklärung gesorgt. Mit 20 000 sei die Zahl der Mitglieder der International Informix Users Group (IIUG) gemeint gewesen, Informix-Kunden insgesamt gebe es nach wie vor über 100 000. Das wird inzwischen auch von IIUG-President Stuart Litel bestätigt. Nach seinem Kenntnisstand sei die Informix-Community gegenüber 2001 gewachsen und nicht geschrumpft.

Unklar bleibt dagegen, wie viele Informix-User seit der Übernahme des Datenbankspezialisten zu IBMs "DB2 LUW" (Linux, Unix, Windows) gewechselt sind. Darüber habe er keine Angaben, so Spang. Auch zur Größe der DB2-Kundenbasis selbst könne er keine Zahlen veröffentlichen. Insider vermuten, dass dies seine Gründe hat. Gegenüber der computerwoche äußerte ein Informix-Kenner, der namentlich nicht genannt werden will, dass aus seiner Sicht die Informix-Kundenzahl wesentlich größer ist als die von DB2 LUW.

Trotz aller Anstrengungen habe es IBM bislang nicht geschafft, sein hauseigenes Produkt nennenswert am Markt zu positionieren. Selbst im SAP-Umfeld, wo man die Rückendeckung der Walldorfer habe, tue sich IBM schwer. Technisch gesehen seien DB2-LUW-Installationen aufgrund der fehlenden Multithreading-Architektur ressourcenhungriger und linear nicht so skalierbar wie das Informix-System.

Ein großes Problem sei lange Zeit gewesen, dass IBM seine Datenbankstrategie den Anwendern nicht richtig vermitteln konnte, äußerte sich ein anderer Szenekenner im Feedback auf computerwoche.de. Eine Besserung ist jedoch in Sicht, darin sind sich die Experten einig. Seit Ambuj Goyal Mitte 2005 die IBM-Datenbankgeschäfte von Janet Perna übernommen hat, wurden einige strategische Grundpfeiler gesetzt. So hat IBM die komplette Sparte "DB2 Information Management" in "Information Management" umbenannt, der Informix-Server wurde neben DB2 zur strategischen Datenbank erklärt, dessen Entwicklungsmannschaft deutlich verstärkt und die ursprünglichen Pläne zur Fusionierung beider Systeme verworfen.

Kunden verstehen die Produktstrategie noch nicht

Entsprechend den Stärken gebe es nun unterschiedliche Zielmärkte: DB2 LUW für Data-Warehouse- und XML-zentrierte Umgebungen, Informix Dynamic Server für den OLTP-Bereich, in dem Skalierbarkeit und Hochverfügbarkeit eine wichtige Rolle spielen. Doch bis diese Einordnung vom Markt aufgenommen wird, könne es noch etwas dauern. (ue)