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25.04.1986 - 

Big Blue zeigt Engagement im Kl-Bereich:

IBM kündigt Expertensystem für MVS an

RYE BROOK (CWN) - Ein unter MVS lauffähiges Expertensystem-Tool stellte jetzt IBM vor. "Expert System Environment/MVS" besteht aus zwei komplementären Programmen, dem Expert System Development Environment/MVS und dem Expert System Consultation Environment/MVS. Mit Hilfe dieser beiden Komponenten können die Anwender wissensbasierte Applikationen erstellen.

Das Development Environment ermöglicht dem Benutzer, für ein bestimmtes Objekt oder Wissensgebiet eine Knowledge Base aufzubauen. Informationen, die mit Hilfe dieses Programms im Rechner abgelegt wurden, sind über das Consultant Environment aufrufbar.

Beim Aufbau der Wissensbasis erstellt der Benutzer die Regeln, Parameter und Kontrollblöcke des Expertensystems. Ein eingebauter Editor überprüft die Semantik, während die Informationen eingegeben werden.

Das System erlaubt dem User, entweder die für eine Fragestellung benötigten Daten zu suchen oder das Problem als Ausgangspunkt zu verwenden und darauf aufzubauen. Beide Programme verfügen über Debugging-Tools, ein Feature zur Erstellung von kundenspezifischen Displays sowie eine Funktion zur Aufgliederung von Problemen in ihre einzelnen Komponenten.

Die neuen IBM-Programme können auf Lizenzbasis oder gegen eine einmalige Gebühr erworben werden. Dabei schlägt das Consultation Environment mit einer einmaligen Gebühr von 25 000 Dollar zu Buche, während die monatlichen Kosten für eine Lizenz 1250 Dollar betragen. Für das Development Environment muß der Kunde bei einmaliger Zahlung mit 35 000 Dollar rechnen, die monatliche Lizenzgebühr wird mit 1750 Dollar angegeben.

Nicht durchweg positiv sind die Reaktionen auf das neue IBM-Erzeugnis in Insiderkreisen. So hält Harvey Newquist von DM Data Inc. in Scottsdale, Arizona, das Announcement lediglich für einen Versuch des Marktführers, die eigene Präsenz auch im KI-Bereich zu manifestieren: "Der einzige Grund für IBM, sich jetzt auch auf diesem Marktsektor zu engagieren, liegt darin, daß die Verantwortlichen ein Abwandern der potentiellen Kunden zur Konkurrenz vermeiden wollen", konstatiert Newquist.

IBM, so der Amerikaner weiter, habe sich bisher nur dann in der KI Szene zu Wort gemeldet, wenn es für eine bestimmte Lösung oder ein Konzept eine definitive Nachfrage gab. Der Markt im KI-Bereich sei noch nicht groß genug, um Big Blue zu aggressiven Reaktionen anzustacheln.

Daß das neue System die Kunden von Anfang an in ihrer täglichen Arbeit unterstützen wird, glauben amerikanische Branchenkenner nicht. Vielmehr sei damit zu rechnen, daß Prestigedenken und Experimentierfreude als ausschlaggebende Kriterien bei einer Entscheidung für "Expert System Environment/MVS" zum Tragen kommen.