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31.01.1975

IBM künftig mit regelmäßigen Mieterhöhungen ?

Für das jüngst angekündigte IBM System 32 offeriert die IBM neben normalen Mietverträgen mit 30tägiger Kündigung (MAC-Plan, Monthly Availability Charge) auch einen Langfrist-Vertrag (TAP-Plan, Term Availability Plan), der bei dreijähriger Bindung Rabatte von fünf Prozent gegenüber der normalen Miete einbringt. Allerdings, - und das ist eine kleine Sensation- garantiert IBM diese fünf Prozent nur für das erste Jahr und behält sich das Recht vor, im zweiten Jahr die TAP-Raten um fünf Prozent zu erhöhen, ebenso im dritten Jahr um weitere fünf Prozent. Der erste IBM-Langzeitplan mit Vorkehrungen gegen die Inflation.

Der Marktgigant stellt sich auf permanente Inflation ein

Meint IBM wirklich, daß sich die Anwender auf drei Jahre binden wegen lächerlicher fünf Prozent Discount? Das ist ja selbst nach IBM-Standards reiner Hohn, immerhin gibt es auch bei IBM auf Zwei-Jahres-Peripherie-Verträge sechzehn Prozent. Und die Leasing-Firmen dürften ganz andere Angebote machen.

Wozu also das Ganze? Es handelt sich wohl um die geschickt versteckte Ankündigung, daß künftig IBM alle Jahre wieder die Preise so um fünf Prozent anheben dürfte. Und diese ständigen Preiserhöhungen wird es nicht nur für die im jeweiligen Jahr produzierten Maschinen geben, sondern - das ist das Vorrecht des Marktgiganten - offensichtlich für alle Anlagen gleichen Typs,- egal ob sie im ersten oder letzten Jahr der System-Lebensdauer gebaut und vermarktet wurden. 1975 installierte Maschinen werden dann 1980 um etwa 30 Prozent teuerer vermietet als im Jahr der Fertigung,- und das bei den ohnehin exorbitanten Gewinnspannen der IBM. Das gilt natürlich nicht nur für das System 32. IBM stellt sich auf anhaltende Inflation ein. Die nachste Preiserhöhung für alle Systeme steht also schon vor der Tür.

"Was soll's?", "Höhere Gewalt?"

Die Computerwoche hat seit ihrem Erscheinen im Oktober 1974 bereits mehrfach über die IBM-Preispolitik berichtet. Es waren kritische Artikel und Kommentare. In Ausgabe 1/74 war zu lesen, daß das neuangekündigte Modell 8 des Systems 3 in der BRD 25,3 Prozent mehr kostet als in den USA. Ausgabe 2/74 berichtet über die jüngsten Preiserhöhungen für das System 370 und das System 3, Modell 15, diese Kolumne hatte den Titel "Wer gräbt das Kriegsbeil aus?" . "Thema der Woche" von Ausgabe 3/74 brachte Anwenderstimmen unter der Überschrift "Mit den Preiserhöhungen leben". In der letzten Ausgabe des alten Jahres druckten wir die ADL-Stellungnahme zu den Preiserhöhungen ab. ADLs eigene Überschrift: "Die Rechnung der Hersteller sollte nicht aufgehen".

"Was soll's", war vielfach die Reaktion, daran ließe sich doch nichts ändern. "Höhere Gewalt!"

Kauf und Leasing bei Mittelfrist-Plänen

Es könnte aber sein, daß in der Stuttgarter IBM Hauptverwaltung die Preisstrategen doch etwas beunruhigt sind: Immerhin gab es den knallharten ADL-Protest, die Anwender-Vertretung muckt auf. Immerhin ist damit zu rechnen, daß im Falle der Wiederholung erneut Unruhe entsteht. Möglich also auch, daß jetzt bei den Überlegungen, wann und zu welchem Preis das neueste IBM System 32 auf den deutschen Markt kommt, doch davon abgesehen wird, einen ähnlichen "Kolonial-Aufschlag" von 25,3 Prozent über den USA-Preisen zu erheben. Den Nutzen hätten die Anwender.

Des weiteren macht die Diskussion um die Mietpreise deutlich, wieviel vorteilhafter bei vorhandenen Hardware-Mittelfrist-Plänen die Alternativen Leasing und Kauf sind, die künftig gar noch attraktiver werden.

Denn bis auf weiteres hält IBM wohl den Kundenstamm seiner Mieter für eine legitime Pfründe zur Profit-Maximierung.