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03.10.1986

IBM-Kultur geht in Rente

Der Wirtschaftswissenschaftler, der den Ausdruck "Unternehmenskultur" prägte, hatte sicherlich nicht zuletzt die IBM im Sinn. Solch eine betriebseigene Philosophie zu haben, dient dem Image und fördert die Identifikation der Mitarbeiter mit dem Arbeitgeber, fordert allerdings auch von ihnen, im Berufsleben die eigene Persönlichkeit gegenüber den Unternehmenszielen zurückzustellen. In großen Konzernen führt dies mitunter dazu, daß sich der Betrieb von der "Außenwelt" abschottet. Die Mitarbeiter bleiben ihr ganzes Berufsleben lang bei derselben Firma und geraten dadurch, daß ihnen Erfahrungen mit dieser Außenwelt fehlen, in eine hohe Abhängigkeit. Wenn sie eines Tages nicht mehr gebraucht werden, sind sie auf dem Arbeitsmarkt kaum mehr zu vermitteln.

Die IBM scheint an einem Scheidepunkt angekommen zu sein, an dem sie sich von Teilen ihrer Kultur trennen muß. John Akers, der erste Mann im Haus, der auch unbequeme Dinge offen ausspricht, hat dies deutlich gemacht, indem er Tausende von treuen Kämpen über 50 aufforderte, sie möchten sich doch bitte aufs Altenteil zurückziehen. Diese Mitarbeiter, die durchschnittlich zwei Jahrzehnte im Konzern verbracht haben, werden nicht mehr gebraucht. Ist dies der erste Schritt weg von der "Praxis", den Beschäftigten ein Arbeitsverhältnis auf Lebenszeit anzubieten? Diese Politik hatte für die harten Wall-Street-Ökonomen ohnehin immer den Hautgout der Sozialromantik.

Um die Zukunft zu meistern, muß Big Blue zu einem "normalen" Unternehmen werden. Die IBM braucht keine Hardseller mehr, die nur "Blech" verkaufen. Nötig wären mehr Softwerker und Betriebswirte mit viel DV-Ahnung, die Dienstleistungen vermarkten können. Hier hat der blaue Riese zulange geschlafen.