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15.10.1999 - 

Konsolidierung kostet bis zu 1000 Arbeitsplätze

IBM legt seine defizitären PC-Divisionen in den Vereinigten Staaten zusammen

MÜNCHEN (CW) - Mit der Zusammenlegung seiner zwei PC-Sparten für den Consumer- und den professionellen Markt hofft IBM auf Rationalisierungseffekte im hart umkämpften PC-Geschäft. Den Maßnahmen fallen voraussichtlich bis zu 1000 Arbeitsplätze zum Opfer.

Fast eine Milliarde Dollar hat IBM im Geschäftsjahr 1998 mit PCs verloren. Im zweiten Quartal 1999 wies der Unternehmensbereich erneut einen Fehlbetrag von 153 Millionen Dollar auf. Obwohl der Hersteller in diesem Markt mehr Rechner als jemals zuvor verkauft, reichen die Einnahmen offenbar nicht aus, um die Kosten zu decken. Nun legt Big Blue die Axt an.

Die Consumer PC Group wird den jüngsten Plänen zufolge in der größeren Personal Systems Group (PSG) aufgehen und künftig unter der Bezeichnung Individual Segment firmieren. Die PSG zeichnet bislang ausschließlich für das PC-Geschäft mit professionellen Kunden verantwortlich; über die Consumer-Sparte vertreibt der Konzern in erster Linie PCs der "Aptiva"-Linie.

Entlassungen soll es nicht geben

In Zusammenhang mit der Konsolidierung streicht IBM im PC-Bereich voraussichtlich bis zu 1000 Stellen. Nach Angaben von Trink Guarino, einer Sprecherin des Konzerns, wird das weltweit 10000 Mann starke PC-Personal um fünf bis zehn Prozent verringert. Zu Entlassungen soll es nach den bisher vorliegenden Informationen aber nicht kommen. Betroffenen Mitarbeitern würden Arbeitsplätze in anderen Divisionen angeboten. IBM beschäftigt insgesamt rund 291000 Personen.

Inwieweit die Maßnahmen auch Auswirkungen auf die Organisation der IBM Deutschland Informationssysteme GmbH haben werden, konnte Unternehmenssprecher Thomas Mickeleit auf Anfrage nicht sagen: "Das ist noch nicht abzusehen." Die Ankündigungen gälten zunächst nur für die USA.

IBM reagiere mit den Umstrukturierungen auf die ungünstigen Bedingungen im PC-Markt, wo stetig fallende Preise die Umsätze drücken, erläuterte Guarino. "Wir sind dem gleichen Druck ausgesetzt wie alle anderen, und das beeinflußt unsere Profitabilität."

Für Branchenexperten kamen die Maßnahmen nicht überraschend. "IBMs Stärken liegen in den Corporate-Divisionen", kommentierte Andy Brown, Analyst bei IDC in London. "Im PC-Consumer-Markt waren sie nie so erfolgreich."

IBM kämpft seit Jahren mit Problemen innerhalb der Personal Systems Group. Im Sommer 1998 ersetzte der Hersteller den damaligen Leiter des PC-Consumer-Geschäfts James Firestone durch Michael Braun. Welche Position Braun nach der Umstrukturierung einnehmen wird, ist bislang unklar.

Neben den Maßnahmen im PC-Segment hat IBM kürzlich auch Änderungen im Vertrieb seiner Server-Palette angekündigt, die die bislang unbefriedigend verlaufenden Wachstumsraten ankurbeln sollen (siehe Seite 55).

An der New Yorker Börse ist der Kurs des IBM-Papiers vor gut einer Woche um 2 7/8 auf 116 1/4 Dollar gesunken. Einige Anleger zeigten sich über die Finanzergebnisse für das dritte Quartal 1999 besorgt. Insbesondere die Verkäufe von High-end-Servern würden nicht den Erwartungen entsprechen, so die Befürchtungen. Auslöser waren Gewinnwarnungen von IBM-Partnern gewesen. Der IT-Konzern will die Zahlen für das dritte Quartal am 21. Oktober bekanntgeben.