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25.05.2001 - 

Neue DB2-Version kommt sechs Tage vor Oracle 9i

IBM macht Druck auf Datenbankkonkurrenz

MÜNCHEN (CW) - Bei der Vorstellung der neuen Version 7.2 der Datenbank DB2 haben IBM-Manager Äußerungen getan, die dem Hauptkonkurrenten Oracle sehr missfallen.

In vier Punkten fasst IBM die Verbesserungen der DB2-Version 7.2 gegenüber den Vor-Releases zusammen: Integration, Migration, Verfügbarkeit und Gesamtbetriebskosten. Dabei gerät die Datenbank zu einer Kernkomponente in der IBM-Strategie zur engen Verknüpfung von Web-Services und -Applikationen für E-Business (siehe CW 20/01, Seite 1).

Die Datenbank ist jetzt einfacher mit dem "Websphere Application Server" und der Middleware "MQ Series" zu integrieren, wodurch sich Anwendungen leichter verknüpfen lassen. Möglich macht das vor allem die Unterstützung der Internet-Standards Universal Description Discovery and Integration (UDDI) und Simple Object Access Protocol (Soap) durch Release 7.2. Die Integration der MQ-Software erlaubt es, Message-Queues wie Tabellen in der Datenbank zu behandeln. Dadurch sollen verschiedene Anwendungen direkt miteinander kommunizieren können.

Bessere IntegrationÜber ein Set von "Connectors" sind zum einen Informationen, die in Datenbanken von Oracle, Sybase, Informix und Microsoft hinterlegt sind, direkt zugänglich. Zum anderen sorgen diese Verbindungen auch für den Zugang von Daten in SAP- oder i2-Systemen.

Der Vorteil dieser Connectors soll ein bedeutend schnellerer Zugriff auf Fremdinformationen sein, weil sie direkt verfügbar werden, statt erst in DB2 übernommen werden zu müssen. Das bringt nicht nur mehr Flexibilität und Alternativen für die Nutzung großer Datenbanken, sondern dürfte insbesondere im Data Warehousing zu besseren Antwortzeiten führen. Im Verein mit der Nutzung von Web-Standards ergibt sich laut IBM unterm Strich eine deutliche Senkung der Kosten für die Entwicklung und Pflege von Anwendungen sowie den laufenden Betrieb.

Mit dem neuen Release forciert IBM das Programm "DB2-Now", dessen Ziel nichts anderes ist, als Anwender zur Migration von Datenbanken der Konkurrenz zu bewegen. Das Programm soll im vergangenen Jahr zu einer 70-prozentigen Steigerung der Migrationen von Fremddatenbanken auf DB2 geführt haben. DB2-Now besteht aus einem Toolset für die Überführung von Daten und datenbankbasierten Programmen. Es wird begleitet von Sonderangeboten für Umstiegswillige. So bekommen Peoplesoft-Anwender einen Preisnachlass von 50 bis 75 Prozent, wenn sie zu DB2 wechseln.

Bei der Vorstellung der neuen Version behauptete IBM, vor allem eine Reihe von Oracle-Kunden zum Umstieg auf DB2 bewegt zu haben, wobei insbesondere der hohe Preis der Oracle-Datenbank ein Beweggrund gewesen sei. Im Jahr 2000 seien die DB2-Zuwachsraten doppelt so hoch gewesen wie die des Oracle-Konkurrenzprodukts. Des Weiteren habe IBM im ersten Quartal dieses Jahres die DB2-Verkäufe für Unix- und NT-Plattformen um 36 Prozent steigern können, während Oracle nur um sechs Prozent zugelegt habe.

Bei letzteren Angaben bezog sich IBM auf einen Report der Markt- und Finanzanalysten von Salomon Smith Barney, der Oracle ziemlich gegen den Strich ging. Firmenvertreter konterten, IBMs Zuwächse seien eher auf das Upgrade-Geschäft bei Mainframe-basierten Datenbanken zurückzuführen.

Kopf-an-Kopf-RennenDer Report hatte Oracle getroffen, weil die Analysten gleichzeitig einen Rückgang der Gewinne des Datenbank-Marktführers in seinem laufenden vierten Quartal vorausgesagt hatten. Zuvor hatte schon Deutsche Bank Alex Brown die gleiche Erwartung geäußert, Lehman Brothers hatte die Aktien von "Strong Buy" auf "Buy" abgewertet. Nach dem Bericht von Salomon Smith Barney fiel der Oracle-Kurs, der im letzten Jahr 52 Prozent verloren hat, noch einmal um fast vier Prozent.

Damit gestaltet sich das aktuelle Umfeld für den Datenbankkrösus nicht gerade freundlich. Und ein Detail der Ankündigung von IBM ist unübersehbar darauf angelegt, dem Konkurrenten die Schau zu stehlen: Neuen Auftrieb verspricht sich Oracle von der Freigabe der neuen Datenbank 9i, die für den 14. Juni 2001 vorgesehen ist. IBMs neue DB2-Version 7.2 erscheint sechs Tage vorher, am 8. Juni. Dass IBM-Manager jeden Zusammenhang in Abrede stellen, sei dahingestellt.