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08.01.1988 - 

Workstation-Konzept soll PS2 und RT PC unter SAA verbinden:

IBM macht Unix zum strategischen Produkt

WHITE PLAINS (CWN) - IBM fügt derzeit einzelne Mosaiksteinchen zu einer Workstation-Strategie zusammen, die Multi-User-Versionen von OS/2 sowohl auf dem RT PC sowie auf Hochleistungsmodellen der PS/2-Serie zum Ziel hat. Dies erläuterte William Lowe, President der Entry Systems Division, in einem Interview mit der COMPUTERWORLD. Diese Strategie soll zum Großteil um Unix herum angesiedelt werden und sieht die Implementierung der Mikrokanal-Architektur auf dem RISC-Rechner RT PC vor.

Nach den Aussagen von Lowe plant sein Unternehmen noch weitere Schritte, von denen hier nur die wichtigsten genannt werden:

- Die Entwicklung von Brückenprodukten, mit denen sich Unix besser in SAA einbinden läßt.

- Die Implementation der neuen Mikrokanal-Architektur auch auf einer breiten Palette von Multi-User-Systemen.

- Die Erstellung einer /36-Anwendungsplattform unter OS/2, die sich auf SAA konzentriert und ermöglicht, PS/2-Modelle an größere Anlagen anzubinden.

Seit Juli dieses Jahres arbeitet das Unternehmen nach eigener Darstellung an einer Reihe von Produkten, die die Intel- und RISC-Welten näher zusammenbringen sollen. Die High-End-Modelle von PS/2 will IBM in vier verschiedenen Multi-User-Konfigurationen anbieten: mit dem Betriebssystem AIX, als /36-Plattform, mit einer Multi-User-Version von OS/2 und als File-Server. Der RT PC kann laut Lowe als File-Server und Multi-User-System verwendet werden und unter einer entsprechenden Version von OS/2 laufen. Der Schlüssel, mit dem all diese Komponenten verbunden werden, heiße SAA.

Mit Hilfe der Mikrokanal-Architektur könnten IBM-Anwender mehr Nutzen ziehen aus der erweiterten OS/2-Version als Hersteller kompatibler Geräte, sagte Lowe. Die Vorteile lägen in den Kommunikationsfähigkeiten, speziell bei asynchronen Interrupts.

Mit OS/2 auf dem RT PC und AIX auf PS/2 gibt sich der Marktführer aber noch nicht zufrieden. Geplant ist darüber hinaus, eine einheitliche Benutzerschnittstelle für die Workstation-Familie zu etablieren.

Dieser Prozeß wird nach den Worten Lowes in mehreren Stadien stattfinden. Der erste Schritt sei die Schnittstelle von von AIX/X-Windows sowohl auf die PS/2-Serie als auch den RT PC zu bringen. Danach werde OS/2 auf den RISC-Rechner portiert. IBM wolle darauf achten, daß die Anwender möglichst einfach Unix-Applikationen auf ein anderes System übertragen könnten. In Situationen, wo es zwischen Unix und SAA zu nicht behebbaren Konflikten komme, werde das Unternehmen Die nötigen Brücken für die Softwareentwickler bereitstellen.

Viele Branchenbeobachter zeigten sich überrascht angesichts der Tatsache, daß IBM dem RT PC und dem Unix-Markt künftig eine so große Bedeutung einräumen will. Schließlich, so ihre Begründung, habe sich das System seit seiner Einführung schlecht verkauft. Heller räumte ein, daß es für den RT PC anfangs nicht die nötige Software und Erweiterungsmöglichkeiten gegeben habe, um dem Gerät zum Erfolg zu verhelfen.