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Das Softwaregeschäft wuchs im zweiten Quartal unterdurchschnittlich:


28.07.1989 - 

IBM macht wieder Riesenprofit mit Hardware

MÜNCHEN (CW) - Mit einer Steigerung des Ertrags um 39 Prozent (trotz sehr viel langsamer wachsenden Umsatzes) hat die IBM Corp. im zweiten Quartal ihre Position als Spitzenverdiener der DV-Branche gefestigt. Bei anderen Computerfirmen sah die Entwicklung allerdings weniger rosig aus. So fiel bei Apple die Umsatzrendite um 1,5 Punkte auf 7,7 Prozent.

Die Gewinnspanne des mächtigsten Computerherstellers der Welt wird nach einem sehr schwachen ersten Quartal wieder größer. Beim IBM-Konzern blieb am Ende des zweiten Vierteljahres 1989 mit 1,34 Milliarden Dollar um 39 Prozent mehr "net profit" unter dem Strich als im Vorjahreszeitraum, obwohl der Umsatz lediglich um 9,4 Prozent auf 15,2 Milliarden Dollar stieg; ein Jahr zuvor hatte Big Blue bei Einnahmen von 13,9 Milliarden Dollar "nur" 964 Millionen Dollar verdient. Dies entspricht einer Erhöhung der Umsatzrendite von 6,9 auf 8,8 Prozent. Der Ertrag erreichte damit das höchste Niveau für ein zweites Quartal seit 1986, als die Entwicklung des Dollarkurses zu ungeheuren Windfall-Profits geführt hatte. Allerdings war das Geschäftsergebnis im Vorjahresquartal durch außerordentliche Kosten belastet worden, ohne die die Wachstümsrate statt 39 nur acht Prozent betragen würde.

Das Umsatzplus geht im wesentlichen auf die Hardwareverkäufe zurück, die im Geschäftsbericht als "Sales" aufgeführt sind. Hier verbuchten die Armonker Kaufleute mit 10, 12 (9,18) Milliarden Dollar ein um 10,3 Prozent höheres Volumen als im Vergleichszeitraum des Vorjahres. Der zweitgrößte Sektor, die "Support services", übertrafen mit 2,56 Milliarden Dollar den 1988er Wert um 9,5 Prozent. Nur noch einen mageren Zuwachs erzielten dagegen die IBM-Softwerker: Die Steigerung von 1,76 auf 1,87 Milliarden Dollar entspricht gerade einem Plus um 6,2 Prozent. Die in den vergangenen Jahren stets rückläufige Sparte Vermietung liegt dank des forderten Leasingangebots wieder im Aufwärtstrend: Hier nahm der Mainframe-Riese 661 Millionen Dollar ein, was immerhin 4,5 Prozent mehr ist als im zweiten Quartal 1988.

Selbst Analysten an der Wall Street zeigten sich von den neuesten IBM-Umsatzzahlen überrascht, während der Profit den Erwartungen von Börsenkreisen entsprach. Das überdurchschnittlich gute Abschneiden der Hardwaresparte führen Branchenbeobachter darauf zurück, daß sich für das erste Quartal geplante Mainframe-Auslieferungen aufgrund von Fertigungsproblemen deutlich über den Stichtag 3 1. März hinaus verzögerten. Erst ab dem laufenden dritten Quartal soll IBM wieder im Zeitplan sein. Mit kleinen Systemen marschiert der Konzern jedoch kontinuierlich vorwärts, wenn man der Einschätzung von Analysten folgen will: Auf 40 Prozent taxiert IBM-Watcher David Wu von S. G. Warburg & Co. in New York die Zuwachsrate der PS/2-Mikrocomputer.

Apple expandiert schnell, dafür sinkt die Rendite

Weniger erfreulich als für IBM-Aktionäre war das zweite Quartal für die Eigentümer von Apple-Anteilen. Der Macintosh-Hersteller legt zwar bei seiner Expansion ein höheres Tempo vor als der Riese aus Armonk, aber dafür sinkt die Rendite. Der zwischen April und Juni von der Apple Inc. erwirtschaftete Umsatz entsprach mit 1,25 Milliarden Dollar knapp dem Reingewinn der IBM für denselben Zeitraum. Damit verbesserten sich die Gesamterlöse um 26 Prozent; das Plus hat das Unternehmen vor allem der hohen Nachfrage nach den neuen 68030-Macs IIcx und SE/30 zu verdanken. Aber Apples Gewinn nach Steuern kletterte nur geringfügig um 5,3 Prozent auf 96,1 Millionen Dollar.

Der Großrechner- und Workstation-Anbieter Unisys leidet zur Zeit unter zu großen Lagerbeständen. Bei einem um 7,6 Prozent auf 2,57 Milliarden Dollar erhöhten Umsatz sackte der Überschuß um zwei Drittel auf 53,6 (162,3) Millionen Dollar ab. Nun plant der drittgrößte US-Computerhersteller neue Kostensenkungen; zuletzt waren schon 2500 Stellen abgebaut worden.

US-Nachfrage hilft Tandon wieder auf das Fahrrad

Der Fernmelde- und Unix-Konzern AT&T meldet für das zweite Quartal einen Rekordgewinn in Höhe von 699 (594) Millionen Dollar bei einem mäßigen Umsatzzuwachs um 5,2 Prozent auf 9,26 Milliarden Dollar. Ab dem nächsten Jahr, so hofft Chairman Robert Allen, wird auch die bisher verlustgebeutelte Computerabteilung zu den Profitbringern zählen.

Auch Tandem Computers gehört zu den DV-Herstellern, die sich einer Wiederbelebung des US-Geschäfts erfreuen können. Im dritten Geschäftsquartal, das mit dem zweiten Kalendervierteljahr übereinstimmt, setzte der Anbieter ausfallgesicherter Rechner 421 (339) Millionen Dollar um, von denen als Gewinn 30,8 (17,3) Millionen Dollar ausgewiesen werden. Damit kletterte die Rendite von 5,1 auf 7,3 Prozent. Der Tandem-Konkurrent und Nixdorf-Zulieferer "Pyramid Technology Corp. nahm währenddessen bescheidene 24,3 (20,2) Millionen Dollar ein und verdiente mit 1,1 Millionen Dollar um mehr als die Hälfte weniger als vor Jahresfrist.

Grafikterminal-Spezialist Tektronix Inc. legte jetzt die Zahlen für das gesamte Geschäftsjahr vor, das am Stichtag 27. Mai geendet hatte: Bei Verkaufserlösen in Höhe von 1,43 Milliarden Dollar (ein Prozent plus) konnte das Unternehmen nach dem 16-Millionen-Verlust vom Vorjahr wieder einen Gewinn ausweisen, nämlich 18,9 Millionen Dollar. Im vierten Quartal war Tektronix jedoch schon wieder in den roten Zahlen - mit einem Defizit von 2,1 (17, 1) Millionen Dollar aus gleichbleibend 3,61 Millionen Dollar Umsatz.

Der im Militärgeschäft bedeutende PC-Hersteller Zenith Electronics, auch als letzter amerikanischer Fernsehgeräteproduzent bekannt, bleibt in den Miesen. Nach 12,1 Millionen Dollar im Vorjahr stieg der Quartalsverlust nun auf 13 Millionen Dollar. Beim Umsatz hatte Zenith mehr Erfolg: Er stieg von 589 auf 676 Millionen Dollar.