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29.01.1993 - 

KOLUMNE

IBM-Management: Letzte Erfolge?

Unfassbar: Fuer das vierte Quartal 1992 gab die IBM Corp. bei 19,56 Milliarden Dollar Umsatz 5,46 Milliarden Dollar Verlust bekannt. Der Betrag in Buchstaben: Fuenftausendvierhundertsechzig Millionen - eine Milliarde, da beisst Adam Riese keine Nullen ab, sind tausend Millionen. Das Nachrichtenmagazin "Der Spiegel" hat einen boesen Vergleich gefunden: "Einen Fehlbetrag von fast 30 Prozent des Umsatzes weisen sonst nur Treuhand-Betriebe in den neuen bundesdeutschen Laendern aus." Experten wie der Ex-IBMer Charles Ferguson befuerchten: Das dicke Ende kommt noch, weil Mainframes zu Schleuderpreisen Folgen haben werden. Und IBM-Outsider fragen: Sind dies die letzten Erfolge eines IBM-Managements, das wenig gelernt hat? O-Ton John Akers: "Unsere Ergebnisse sind weder fuer uns noch fuer unsere Aktionaere akzeptabel." Hier zuernt einer, als kennte er die Zahlen nicht, als haette er, wenn er gekonnt haette, es anders gemacht. Unfassbar!

Was fuer die Anwender akzeptabel ist, steht auf einem ganz anderen Blatt. Wenn es stimmt, dass Information sowie deren Verarbeitung durch Computer Einfluss auf den wirtschaftlichen Erfolg hat, dann kann von der Krisensituation der IBM her auf die Wettbewerbsfaehigkeit von Unternehmen geschlossen werden. Uebertrieben ist das nicht - denken wir an Dienstleistungen, die durch Informationstechnik ueberhaupt erst moeglich sind: bei Banken und Versicherungen etwa, aber auch im Transport- und Reisebereich oder bei Mediengesellschaften wie Verlagen und Fernsehanstalten.

Die DV-Verantwortlichen in solchen Unternehmen haben allen Grund, ueber die Entwicklung im DV-Markt besorgt zu sein. Rigoroses Kosten-Management und DV-Controlling, das darin gipfelt, die IS- Funktion auszulagern, kann nicht die Loesung sein. "Information in Aktion", wie man es nennen koennte, laesst sich nicht outsourcen. Desto wichtiger wird es, den Altlastenknoten zu zerschlagen, ein flexibles Informationssystem aufzubauen und dieses auf offene Standards zu stuetzen.

Das klingt simpel - und einfach ist es in gewisser Weise auch: Der DV-Markt normalisiert sich. Die Verwirrung beim Mainframer IBM darf nicht mit einer verwirrten Situation im Konkurrenzumfeld verwechselt werden. Die Marktrealitaet zwang beispielsweise einen Anbieter wie Hewlett-Packard fruehzeitig dazu, ohne Wenn und Aber auf offene Systeme zu setzen. Das zahlt sich heute aus.

Nun werden die meisten IBM-Anwender mit dem HP-Beispiel nichts anfangen koennen. Indes ist auch fuer Big Blue die Marschrichtung vorgegeben: An offenen Systemen fuehrt kein Weg vorbei. Wie das Szenario aussehen koennte, hat der Unternehmensberater Rainer Janssen aufgezeichnet (Seite 1). Mit Unix, DCE und TCP/IP sind die Anwender - ob mit oder ohne IBM - auf der sicheren Seite.