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01.04.1994

IBM-Manager: Fuer DB2 ist der Zug noch nicht abgefahren

CW: Die IBM will ihre Produktpolitik offener gestalten. Ist die Freigabe von DB2 fuer Plattformen anderer Hersteller hinsichtlich dieser Strategie eine Premiere?

Mills: Richtig, wir werden DB2 nicht mehr wie bisher nur unter MVS, OS/2 und AIX laufen lassen. Wir bieten das System in Kuerze auf Hewlett-Packard- und Sun-Rechnern an. Diese Politik setzen wir fuer andere Produkte fort..

CW: Sie wagen sich in einen Markt vor, der bereits von erfolgreichen Spezialisten wie Oracle, Informix oder Sybase besetzt ist...

Mills: ... mag sein, wir sind spaet dran in diesem Geschaeft. Sie duerfen aber nicht vergessen, dass wir bereits eine starke Position haben, dort naemlich, wo Kunden grosse Datenmengen auf dem Mainframe verwalten - und das ist noch in sehr vielen Unternehmen der Fall.

Dem Business-Re-Engineering-Trend folgend, beginnen aber immer mehr Firmen damit, ihre Geschaefte zu restrukturieren. Grosse Datenmengen wandern aus den zentralen DV-Abteilungen in die Tochtergesellschaften. Wir wollen diese Daten aus 390-Umgebungen mit IMS- oder DB2-MVS-Datenbanken in verteilte Umgebungen transportieren.

CW: IBM als Downsizing-Company?

Mills: Warum nicht? Kunden, die ihr Geschaeft dezentralisieren, werden auch dezentrale Systeme einsetzen. Wir muessen diesen Markt mit unseren Produkten bedienen - entweder mit unseren RS6000- und OS/2-Systemen oder auf Basis der installierten Rechner, die wir vorfinden.

Wir wollen den Vorteil nutzen, dass die meisten Daten heute auf IBM-Systemen liegen. Es gibt eine natuerliche Verbindung zwischen den DB2-Installationen auf Mainframes, Workstations und PCs.

CW: Wann wird denn nun DB2 auf Nicht-IBM-Hardware laufen?

Mills: DB2 wird zur Zeit auf HP-Workstations getestet; wir nehmen an, die erste Version im Mai dieses Jahres freigeben zu koennen. Ebenso arbeiten wir an der Sun-Variante. Von 1994 bis 1995 werden wir weitere Unix-Plattformen fuer DB2 oeffnen; moeglich sind hier DEC und Sinix von Siemens-Nixdorf.

CW: Ist im Markt fuer relationale Unix-Datenbanken ueberhaupt noch Platz fuer einen zusaetzlichen Anbieter?

Mills: Die Marktdurchdringung ist nicht so gross wie viele denken. Statistiken gehen von einer Penetration von lediglich zehn Prozent aus. Andererseits ist DB2 sehr erfolgreich: Wir haben im letzten Jahr in Deutschland immerhin 16 000 DB2-Pakete fuer das Betriebssystem OS/2 verkauft - ein exzellenter Start fuer einen Latecomer.

Wenn wir unsere Staerken ausspielen, haben wir auch eine Chance gegen dominierende Anbieter. Oracles Vorteil liegt darin, auf nahezu allen Hardwareplattformen verfuegbar zu sein. Das ist nicht unsere Strategie. Fuer uns ist entscheidend, dass wir mehr als 400 Tools und Management-Werkzeuge rund um die Datenbank anbieten koennen.

CW: Siemens-Nixdorf definiert sich als Systemintegrator und bietet auch Fremdprodukte an. Koennen Sie sich vorstellen, ebenfalls Fremdsysteme zu vermarkten?

Mills: IBM verkauft ausschliesslich die eigene DB2-Produktlinie. Wir ermoeglichen es aber, dass andere Datenbanken auf unserer Hardware laufen. Kunden sollen die freie Wahl haben. SNI hat im Unterschied zur IBM keine andere Wahl, als Systemintegrator zu sein. Sie haben kein eigenes relationales Datenbankprodukt im Unix-Markt.

Natuerlich haben auch wir Know-how, was die anderen Systeme betrifft. Wenn wir in die Rolle des Systemintegrators schluepfen, werden wir unsere Vertraege erfuellen und Kunden, die vor fuenf Jahren mit Oracle angefangen haben, bei der Integration ihrer Anwendungen unterstuetzen. Es muss uns aber gestattet sein, die Migration nach DB2 zu empfehlen.

CW: Wird SAPs R/3-Software mit der Unix-Variante Ihres Datenbanksystems laufen?

Mills: Wir stecken mitten in den Portierungsarbeiten. Ein Ankuendigungstermin steht aber noch nicht fest. R/3 ist sehr umfangreich. Bei den Portierungsprojekten der anderen Hersteller traten ernsthafte Performance-Probleme auf, die Systeme mussten getuned werden. Wir werden warten, bis SAP sagt: "Jetzt hat das System die Performance, die wir brauchen."