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10.07.1992 - 

Das Personalkarussell dreht sich wieder

IBM: "Metall"-Austritt mit zu starrem Tarifgerüst begründet

STUTTGART (CW) - Die angekündigte Umstrukturierung der IBM Deutschland (siehe CW Nr. 27 vom 3. Juli 1992, Seite 2) hat vor allem deshalb für Aufsehen gesorgt, weil sich das Unternehmen weitgehend aus dem Metall-Arbeitgeberverband zurückziehen will. Die Besetzung der Führungsposten in den neuen Gesellschaften bietet hingegen wenig Überraschendes.

Der bisherige Chef der IBM Deutschland GmbH wird auch die Geschicke des umstrukturierten Konzerns maßgeblich beeinflussen. Hans-Olaf Henkel sicherte sich nicht nur in der Berliner Holding den Posten des Vorsitzenden der Geschäftsführung, sondern leitet auch - vorbehaltlich der Zustimmung des Aufsichtsrats - die größte der vier neuen Gesellschaften, die "IBM Deutschland Informationssysteme GmbH" als "Lead-Executive" (IBM-Jargon). Für Bernhard Dorn, den zweiten starken Mann bei der hiesigen Big-Blue-Tochter, ändert sich wenig, er bleibt auch in der Holding Mitglied der Geschäftsführung und verantwortet als Geschäftsführer in der "Informationssysteme" den Bereich Marketing und Dienstleistungen. Für den Service ist Edmund Hug zuständig.

Wolfram Ischebeck, bisher Generalbevollmächtigter Vertrieb/Geschäftspartner, wird in Zukunft die "IBM Deutschland Bildungs-Gesellschaft mbH" leiten.

Seine Nachfolge tritt Erwin Staudt an, der bislang die Verantwortung für den Bereich Unternehmensverbindung trug. Diesem Bereich wird künftig Frau Gisa Schultze-Wolters vorstehen.

Winfried Pierlo muß sich allerdings in seiner Funktion als Lead-Executive der "IBM Deutschland Produktion GmbH" und der "IBM Deutschland Entwicklung GmbH" auch in Zukunft mit der IG-Metall und ihrem Arbeitgeber-Pendant beschäftigen.

Zwar hat die IBM Deutschland GmbH ihre Mitgliedschaft in den Metall-Arbeiterverbänden zum 31. Dezember 1992 gekündigt, aber die 7000 Mitarbeiter umfassende "Produktion" soll im Januar '93 wieder eintreten.

Die übrigen drei Gesellschaften arbeiten nach Unternehmensangaben bis 1994 auf der Grundlage der metalltariflichen Regelungen. Danach gebe es laut Henkel entweder die Möglichkeit, die Arbeitsverhältnisse mit dem Betriebsrat direkt vertraglich zu regeln, einen Haustarifvertrag mit der Gewerkschaft auszuhandeln oder in einen anderen Arbeitgeberverband einzutreten.

Ob der deutsche IBM-Chef mit dem Ausstieg aus dem Verband den Einfluß der IG-Metall eindämmen und damit seine Kosten drücken kann, halten Gewerkschafter allerdings für fraglich. Walter Riester, Bezirksleiter der IG-Metall in Stuttgart, sieht einen "langwierigen Rechtsstreit" voraus. In einem "Spiegel"-Interview erklärte er auf die Frage, wie lange der Manteltarifvertrag für die verbandslosen IBM-Gesellschaften noch gilt: "Unserer Meinung nach wirkt der bestehende Manteltarifvertrag, der bis 1995 die 35-Stunden-Woche festschreibt, auch dort noch mindestens anderthalb Jahre. Was danach passiert, müssen die Gerichte klären."