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21.06.2007

IBM mischt den RM-Markt auf

Mit der Telelogic-Akquisition dürfte der Konzern einen Anteil von über 60 Prozent im Markt für Requirements-Management halten.

Umgerechnet 557 Millionen Euro lässt sich IBM Rational die Übernahme des schwedischen Requirements-Management-Spezialisten Telelogic AB kosten - mit 21 Kronen je Aktie liegt dieses Angebot 21 Prozent über dem Schlusskurs Ende Mai. Angesichts dieser Nischendisziplin in der IT scheint der Preis auf den ersten Blick hoch, zumal IBM mit "Requisite Pro" selbst über eine RM-Lösung verfügt. Bei näherer Betrachtung jedoch offenbart das Geschäft interessante strategische Aspekte, die eine solche Summe durchaus rechtfertigen können: Mit Telelogic erkauft sich IBM Branchenpräsenz, denn im Gegensatz zu Requisite Pro erfreut sich das von Telelogic für den Bereich Requirement-Management angebotene Produkt "Doors" vor allem in der Embedded-, Automotive-, Luft- und Raumfahrtindustrie großer Beliebtheit.

IBM darf sich über 8000 neue Kunden freuen

Rund 8000 Kunden zählen die Schweden weltweit, die meisten davon stammen aus diesen Branchen. Doors- und Requisite-Pro-Anwender zusammengenommen könnten IBM auf einen Marktanteil von über 60 Prozent bringen, schätzt Rudolf van Megen, Chef der auf Software-Qualitäts-Management spezialisierten Kölner SQS AG.

Ein strategisch eher längerfristiges Ziel dürfte IBM mit der Akquisition beim Thema Requirements-Management selbst verfolgen. Die Aufnahme fachlicher oder technischer Anforderungen in der Systementwicklung ist eine frühe Phase des Application-Lifecycle-Managements (ALM) - hier gefundene Fehler lassen sich noch vergleichsweise günstig beheben. Dieses zum Teil enorme Sparpotenzial wird von Anwendern allmählich erkannt und unter anderem mit ausgefeilten RM-Tools ausgeschöpft.

Der Markt hat also eine vielversprechende Zukunft, was van Megen so formuliert: "Ich halte es für eine große Chance, dass die Aufgabe Requirements-Management nun durch einen wirklichen Marktführer nach vorne gebracht wird." Bedenken der Requisite-Pro-Anwender, IBM könnte das hauseigene Tool zugunsten von Doors aufgeben, zerstreut van Megen. Bei diesen Lösungen sei es oft leicht, die jeweiligen Ergebnisse von einem System in das andere zu übernehmen, da die Prinzipien des Requirements-Engineering in der Regel gleichartig umgesetzt sind.

Der Druck auf HP, Compuware und Borland steigt

Leidtragende des IBM-Deals könnten Firmen wie HP/Mercury, Compuware oder Borland sein, die ebenfalls im RM-Segment aktiv sind und sich nun einem Konkurrenten völlig neuen Kalibers gegenübersehen. Doch Borlands Deutschland-Chef Klaus Blaschke gibt sich gelassen. Wer sich für Application-Lifecycle-Management interessiert, erwartet von den Tool-Anbietern Plattformneutralität, so seine Erfahrung.

Bei Telelogic sei dieser Anspruch künftig nicht mehr gewährleistet, da IBM die Produktlinie an die eigene Middleware und System-Management-Lösungen anpassen werde. Außerdem müsse der Konzern nun zwei Produkte für unterschiedliche Zielgruppen pflegen, so dass die Frage nach den Investitionsschwerpunkten einem Balance-Akt gleiche. Auch dieser Deal birgt also Chancen und Risiken.(ue)