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15.01.1993 - 

Big Blue reagiert auf Anwenderkritik und ueberarbeitet APPN- Architektur

IBM: Modifiziertes APPN soll TCP/IP bald den Marsch blasen

Wie die CW-Schwesterpublikation "Network World" berichtet, will IBM mit den Erweiterungsplaenen die unzufriedenen Anwender beruhigen und die Handicaps von APPN gegenueber TCP/IP beseitigen. So sind mangelnde Fehlerbehandlung und geringer Datendurchsatz nach Meinung von Marktbeobachtern die Hauptgruende fuer die schwache Akzeptanz von APPN. Nach der Ueberarbeitung soll sich laut IBM die Performance der Netzarchitektur um das drei- bis zehnfache erhoehen.

ANR und RTP kommt bei der Entwicklung von APPN+, von IBM auch als "High Performance Routing" bezeichnet, eine Schluesselrolle zu. Technisch gesehen werden ANR und RTP in der APPN-Architektur die derzeitige Intermediate-Session-Routing-Funktion, die die OSI- Schichten drei und vier umfasst, ersetzen. Waehrend in den heutigen APPN-Netzen die Datenpakete noch an jedem Netzknoten auf allen sieben OSI-Schichten untersucht werden, ist mit ANR kuenftig nur noch eine Betrachtung bis Level vier notwendig. Ausserdem kann mit ANR dann ein End-to-end-Routing im Netz durchgefuehrt werden.

Datenstaus sollten vermieden werden

RTP dagegen wird die Kontrolle des Datenweges und der Fehlerbehandlung uebernehmen. Das Protokoll vermeidet laut Big Blue Datenstaus, indem es die Informationen an Engpaessen auf alternativen Verbindungen vorbeischleust, ohne eine Session zu unterbrechen. Waehrend in den derzeitigen APPN-Netzen jeder Knoten den Datendurchsatz verlangsamen oder beschleunigen kann, erfolgt mit RTP kuenftig eine End-to-end-Steuerung, die zudem erheblich schneller sein soll.

IBMs APPN-Entwicklungsleiterin Marcia Peters zufolge brauchen ANR und RTP nicht auf jedem Node installiert werden. "Wir glauben, dass Anwender, die drei oder mehr HPR-Knoten im Netz haben, sehr schnell die grundsaetzlich verbesserte Performance bemerken", so Peters. Die Technikerin ist ueberzeugt, dass APPN mit den neuen Faehigkeiten TCP/IP ueberlegen ist.

Anwender und Marktbeobachter mutmassen, dass die Neuerungen ein Teil der IBM-Strategie sind, mit der APPN so weit verbessert werden soll, dass SNA-User keinen Grund mehr haben, nach anderen LAN- und WAN-Produkten, insbesondere auf Basis des Protkolls TCP/IP, Ausschau zu halten. Die Anwender begruessen zwar laut Network World die neuen Features und raeumen APPN nun eher Marktchancen ein, doch die spaete Verfuegbarkeit stoesst auf Kritik, da TCP/IP bereits heute die genannten Moeglichkeiten bietet.