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20.02.1987 - 

Referentielle Integrität gibt dem Marktführer eine harte Nuß zu knacken:

IBM muß DB2-Anwender weiterhin vertrösten

NEW YORK (CWN) - Unklarheiten bei den Anwendern gibt es weiterhin über die zukünftige Entwicklung des BM-DB-Paradeprodukts DB2. Neben der Benutzerforderung nach einem ausgereiften Data Dictionary steht die Kontrolle von Informationsveränderungen, im Fachjargon "die referentielle Integrität des Systems" im Mittelpunkt der Diskussion. Vor diesem Hintergrund ging jetzt ein Meeting der Greater New York DB2 User Group in der amerikanischen Ostküstenmetropole über die Bühne.

Wann der Marktführer "grünes Licht" für das Data Dictionary gibt, steht noch nicht fest. Genausowenig bekannt ist bislang, was Big Blue unternehmen will, um die referentielle Integrität seines relationalen Datenbankmanagementsystems zu verbessern.

Nach den Worten von Marilyn Bohl, DB2-Produktmanagerin im kalifornischen Santa Teresa, ist sich IBM über die Wünsche der DB-Kunden im klaren: Auf ihrer Prioritätenliste stehe die referentielle Integrität ganz oben. Sinn dieser von DB-Guru Ted Codd aufgestellten Forderung ist es, die Veränderung von Informationen in einer Datenbank zu kontrollieren. Wichtig ist dieser Mechanismus vor

allem, wenn durch den Löschvorgang mehr als eine Datei betroffen ist.

Um hier ein ausgereiftes Konzept zu präsentieren, so die IBM-Sprecherin, müsse Big Blue jedoch noch eine Menge Entwicklungsaufwand investieren. Mit der Realisierung anderer Verbesserungen könne deshalb im Interesse der Anwender nicht auf den Abschluß dieser Arbeiten gewartet werden.

Einen genauen Zeitpunkt für die Freigabe des Data Dictionary wollte die IBM-Sprecherin nicht nennen. Marilyn Bohl: "Das DD-Produkt wird aber auf alle Fälle früher verfügbar sein als ein System-Repository für DB2." Das globale Repository-Projekt der IBM ist ungefähr gleichzusetzen mit einem Super-Data-Dictionary und bildet das Herzstück für das Netzwerk-Management. Es soll zum Bindeglied für DB2, CICS, Device Definition, Time-Sharing Option und Networking werden (siehe CW Nr. 4 vom 23. Januar 1987, Seite 1: "IBM gerät wegen Data Dictionary in Zugzwang").

Konkreter äußerte sich Sharon Weinberg, Präsidentin der Codd & Date Consulting Group aus San Jose, in ihrem Vortrag. Die ehemalige technische Planerin der DB2-Entwicklungsgruppe von IBM prognostizierte, daß Big Blue innerhalb der nächsten sechs Monate neben Performance-Verbesserungen auch das langdiskutierte Data Dictionary für DB2 herausbringen werde.

Der Marktführer bemühe sich auch um effizientere Einsatzmöglichkeiten des DASD und des Cache Memory für sein DBMS-Zugpferd. Ein sehr interessantes Forschungsprojekt verfolge Big Blue in seinen Entwicklungslabors im kalifornischen Alameda. Bei diesen Aktivitäten gehe es darum, die Vorteile der optischen Speicherung für die DBMS-Technik zu nutzen.

Künftige DB2-Releases, so Sharon Weinberg weiter, würden Support für Primär- und Fremdschlüssel sowie für Domains bieten. Außerdem sei abzusehen, daß DB2 und auch die entsprechenden Produkte anderer Hersteller zunehmend Support für die von Ted Codd in seinem relationalen Modell etablierten Integritätsregeln gewährten (siehe CW Nr. 15 vom 11. April 1986, Seite 12: "Nicht jedes RDBMS ist wirklich relational"). Nicht auf sich sitzen lassen will Big Blue die Kritik amerikanischer Branchenkenner, die IBM-eigene Version der Abfragesprache SQL entspreche nicht dem ANSI-Standard für diese Query Language (siehe auch Seite 12: SQL-Standard weicht von der bestehenden IBM-Version ab). So bestand Unternehmenssprecherin Marilyn Bohl darauf, IBM-SQL sei zu 95 Prozent kompatibel mit den Richtlinien des US-Normungsgremiums. Der Marktführer werde die Abfragesprache kontinuierlich ausbauen und hoffe, daß der Standard mit dieser Entwicklung Schritt halten könne.